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Mann (93) soll Haus gesprengt haben, Nachbarn entsetzt: „Das hat er nicht verdient“

Ein 93-Jähriger soll mutmaßlich sein Haus in die Luft gejagt haben. Es herrschte Chaos und Verwirrung. Der KURIER hat mit Nachbarn gesprochen.
Ein eingestürztes Wohnhaus in einem Wohngebiet mit Einsatzkräften und einem Bagger vor Ort.

Im Karl-Benz-Weg in Floridsdorf reiht sich beschauliches Einfamilienhaus an beschauliches Einfamilienhaus. Es ist das „dörfliche“ Wien - laut wird es hier selten.

Bis zur Nacht auf Sonntag. Gegen 0.30 Uhr wird die Nachbarschaft von einer gewaltigen Explosion aus dem Schlaf gerissen. 

„Es gab einen riesigen Knall und eine schwarze Rauchsäule ist aufgestiegen. Bilder hat es von der Wand geschmissen, Türen, Fenster und Rollläden sind kaputt. Die Druckwelle hat man 500 Meter weit gespürt. Je näher zur Explosion, desto mehr ist hin“, schildert eine Bewohnerin aus dem Karl-Benz-Weg, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, dem KURIER die dramatischen ersten Momente nach der Detonation.

Wie ein „Raketeneinschlag“

Zunächst herrscht Chaos und Verwirrung. Manche Anrainer vermuten ob der Wucht der Druckwelle gar einen „Raketeneinschlag“. Als sich der Rauch lichtet, bietet sich ein erschreckendes Bild: Ein Haus nahe der Kreuzung mit der Ruthnergasse ist völlig zerstört. Die benachbarten Gebäude wurden zwar zum Teil arg in Mitleidenschaft gezogen - aber immerhin stehen sie noch. 

Ein eingestürztes Wohnhaus in einem Wohngebiet mit Einsatzkräften und einem Bagger vor Ort.

Ein Warnschild mit der Aufschrift „Explosionsgefahr“ steht vor Bauarbeitern und einem Baufahrzeug.

Explosion in Floridsdorf

Polizisten sperren eine Straße ab, während ein Einsatzfahrzeug in einer Wohnstraße steht.

Explosion in Floridsdorf

Einsturz eines Hauses mit Trümmern aus Holz, Beton und Ziegeln im Garten.

Explosion in Floridsdorf

Eingestürztes Haus mit Trümmern aus Holz und Mauerwerk, umgeben von Bäumen.

Explosion in Floridsdorf

Eingestürztes Haus mit Trümmern hinter Bäumen und blauen Himmel.

Explosion in Floridsdorf

Das zerstörte Wohnhaus nach der Explosion

Explosion in Floridsdorf

Luftaufnahme eines Wohnviertels mit zerstörtem Haus und Rettungskräften auf der Straße.

Explosion in Floridsdorf

Feuerwehrleute durchsuchen nachts die Trümmer eines eingestürzten Hauses nach möglichen Verschütteten.

Explosion in Floridsdorf

Feuerwehrmann mit Hund in einer nächtlichen Trümmerlandschaft nach einem Gebäudeeinsturz.

Explosion in Floridsdorf

Nachtaufnahme: Ein Haus ist nach einem Einsturz zu einem Trümmerhaufen geworden, beleuchtet von einem Scheinwerfer.

Explosion in Floridsdorf

Eingestürztes Haus mit Trümmern, Feuerwehrleuten und einer ausgefahrenen Drehleiter bei Nacht.

Explosion in Floridsdorf

Zerstörtes Wohnhaus nach Gasexplosion, Einsatzkräfte zwischen Trümmern.

Feuerwehrleute und Bauarbeiter beraten sich vor einem Bagger an einer Einsatzstelle.

Explosion in Floridsdorf

Was ist passiert? Ein 93-jähriger Bewohner der Siedlung steht im Verdacht, mutwillig eine Gasexplosion herbeigeführt zu haben. Er überlebte sie. Rettungshunde fanden den österreichischen Staatsbürger unter Trümmern im Keller des Hauses. 

Schwangere verletzt

„Es grenzt an ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist“, zeigte sich ein Sprecher der Berufsrettung gegenüber dem KURIER verblüfft. Inklusive des Verdächtigen wurden neun Personen verletzt. Darunter eine schwangere 25-Jährige, die auf den Bauch gefallen sein soll. Sechs Anrainer wurden vor Ort von den Rettungskräften versorgt und anschließend in häusliche Pflege entlassen, drei Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. 

Der 93-Jährige erlitt laut Berufsrettung Verbrennungen zweiten Grades und wurde auf die Intensivstation gebracht. Dort hat er zur Stunde Gesellschaft von Polizeibeamten: Aufgrund des Tatverdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung wird der Mann rund um die Uhr bewacht. Laut Polizei wurden im zerstörten Haus Manipulationen an den Gasleitungen festgestellt.

Nachbarin hat Zweifel

Eine Nachbarin in der Siedlung zeigt Zweifel an der Täterschaft des betagten Herrn: „Er ist ein netter Mann, der ewig hier gelebt hat, sicher 60 Jahre.“ Nachsatz: „Das hat er nicht verdient“. Niemandem hier sei der 93-Jährige verdächtig vorgekommen. 

Den genauen Ablauf der Ereignisse und ein etwaiges Motiv werden Polizei und Gerichte zu klären haben. Brandermittler des Landeskriminalamtes Wien haben Sonntagfrüh mit den Ermittlungen begonnen

Auch wenn alle anderen Häuser stehen geblieben sind, so ist das Ausmaß der Schäden noch nicht abzuschätzen. Einige Heime werden wohl für längere Zeit nicht bewohnbar sein. 

„Jetzt wird's haglich“

Die Berufsfeuerwehr Wien war beim Lokalaugenschein des KURIER am Sonntagvormittag gerade dabei, umliegende Häuser abzusichern. Die Einsatzkräfte waren es auch, die die journalistischen Recherchen abrupt beendeten: „Wir drehen das Gas ab. Jetzt wird's haglich“, bedeutete ein Feuerwehrmann den Medienleuten, den Karl-Benz-Weg zu verlassen. 

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