Chronik | Wien
05.12.2011

Findelkind nach Bratislava gebracht

Die slowakischen Behörden kümmern sich ab jetzt um den Buben, der im Wiener Prater misshandelt wurde. Seine Eltern haben sich nicht gemeldet.

Der vierjährige Bub, der am Sonntag im Wiener Prater von seinem vermeintlichen Vater verprügelt wurde, ist Dienstagabend in ein Krisenzentrum in Bratislava gebracht worden. Das Kind, das kein Deutsch verstehe, habe wenig gesprochen, aber viel geweint, sagte Gabriele Ziering vom Wiener Jugendamt. Die Eltern des Vierjährigen hätten sich bisher nicht bei den österreichischen Behörden gemeldet. Jetzt übernehmen die slowakischen Behörden den Fall.

Sonntagabend hatte eine Polizeistreife im Prater einen Mann mit Kinderwagen beobachtet, der Passanten anbettelte und laut Polizei "auch aufmerksam nach den Handtaschen vorbeigehender Frauen spähte". Plötzlich begann der 33-Jährige auf den Vierjährigen einzuschlagen, woraufhin die Beamten eingriffen. Der Bub wurde in ein Wiener Krisenzentrum gebracht, sein Vater auf freiem Fuß angezeigt.

Identität unbekannt

Der Slowake ist seither untergetaucht. Über die slowakischen Behörden wird jetzt überprüft, ob die vom 33-Jährigen angegebene Adresse stimmt.

Es gibt weder Papiere, die die Identität des vermutlich vier Jahre alten Kindes verraten, noch irgendeinen Verwandten, der sich bisher gemeldet hat. Der Täter gab sich zwar als Vater aus und machte bei der Polizei Angaben zu dem Kind, die jedoch durch nichts belegbar sind. Der Bub könnte ein Opfer von Menschenhändlern und eines organisierten Bettler-Ringes sein.