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Chronik Wien

Finanzpolizei hebt illegales Pokerlokal in Favoriten aus

Insgesamt 20 Personen sollen an zwei Tischen gespielt haben. Unklar ist, wer der Veranstalter des illegalen Pokerspiels war.

von Michael Chudik

12/13/2021, 06:30 PM

Mitten im Lockdown sollen sich 20 Spieler in einem illegalen Pokerlokal in Wien-Favoriten getroffen haben. Aufgeflogen ist das verbotene GlĂŒcksspiel durch eine Razzia der Finanzpolizei. Die Teilnehmer dĂŒrften nur die Lockdown-Bestimmungen missachtet, sondern sich auch an keinerlei Corona-Schutzmaßnahmen gehalten haben. DarĂŒber hinaus wurden bei einem der TatverdĂ€chtigen Drogen gefunden.

„EinsĂ€tze wie diesen gibt es zwar laufend, nicht aber in dieser Dimension“, erklĂ€rt ein Sprecher des Finanzministeriums dem KURIER. Offen ist nach wie vor, wer der Veranstalter dieses Events war. Erste Einvernahmen durch die Finanzpolizei verliefen erfolglos. Keine der angetroffenen Personen wollte sich Ă€ußern. Die Ermittlungen laufen.

Aufpasser vor der TĂŒr

FĂŒr den Einsatz war eine genaue Vorbereitung nötig, weil vor der Wohnung, in der das illegale Pokerturnier veranstaltet wurde, ein Aufpasser stand. Dieser hatte den Auftrag, jede verdĂ€chtige Bewegung vor dem Pokerlokal sofort zu melden. Die EinsatzkrĂ€fte konnten den Aufpasser dennoch ĂŒberraschen und unangekĂŒndigt ins Lokal eintreten.  

Dabei wurde allerdings  ein Polizist leicht verletzt, da sich der Aufpasser gewehrt haben soll. SpĂ€ter gab der Mann an, nicht erkannt zu haben, dass es sich um einen Polizisten handle.

 

In der angemieteten Wohnung wurden  â€“ verteilt auf zwei Stockwerke – zwei Pokertische mit jeweils zehn Spielern entdeckt. Laut Finanzpolizei wiesen die Personen insgesamt neun verschiedene NationalitĂ€ten auf. Gespielt wurde vermutlich um hohe GeldbetrĂ€ge, darauf deutet Bargeld in der Höhe von  6.200 Euro hin, das in der KĂŒche gefunden wurde. Die Polizei stellte das Geld sicher, die Finanzpolizei beschlagnahmte schließlich die Pokertische.

„Dank dieses behördenĂŒbergreifenden Schwerpunkteinsatzes konnte dem illegalen GlĂŒcksspiel ein weiterer Schlag versetzt werden. Hier geht es nicht nur um Abgabenhinterziehung, sondern vor allem um den nicht vorhandenen Spielerschutz, der Existenzen gefĂ€hrdet und ganze Familien in den Ruin treiben kann“, sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) nach der erfolgreichen Aktion der Finanzpolizei.

Weitere Delikte

Neben illegalem GlĂŒcksspiel mĂŒssen sich die VerdĂ€chtigen auch wegen Nicht-Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen mit Strafen rechnen. Schließlich fand die Veranstaltung wĂ€hrend des harten Lockdowns statt. Und die Anwesenden waren ohne Schutzmasken angetroffen worden.  

Bei einem Mann wurde zudem Cannabis gefunden, was eine Anzeige nach dem Suchtmittelgesetz zur Folge hat. Außerdem sollen zwei Kellnerinnen, die die Teilnehmer bedienten, schwarz gearbeitet haben.

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