Chronik | Wien
15.04.2014

Falcos "Mamsch" hinterlässt zwei Millionen

Die Mutter von Österreichs einzigem Popstar starb am Montag. Falcos Erbe wird einheimischen Künstlern zugutekommen.

Für eine Mutter ist es das Schlimmste, wenn sie das eigene Kind überlebt", sagte Maria Hölzel einmal. Nun starb sie in der Nacht auf Donnerstag 16 Jahre nach ihrem Sohn Hans, der als Kunstfigur Falco weltberühmt wurde. Die "Mamsch", wie sie von den Fans liebevoll genannt wurde, hatte die vergangenen Jahre in der Seniorenresidenz im Kurpark Wien-Oberlaa verbracht.

"Zuletzt war sie nicht mehr ansprechbar", berichtet Conny de Beauclair, Freund der Familie und legendärer Türsteher der Szene-Diskothek U4. Maria Hölzel (87) hatte vier Schlaganfälle erlitten und war in der Öffentlichkeit das letzte Mal zu ihrem 84. Geburtstag gesehen worden, den sie im Marchfelderhof feierte. Schon damals tat sie sich sichtlich schwer, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Nach dem Tod ihres Sohnes ging es mit ihrer Gesundheit langsam, aber stetig bergab.

Sie wird im Ehrengrab von Falco am Wiener Zentralfriedhof einen Platz finden, ein genauer Tag für das Begräbnis ist noch unbekannt. Geregelt wurde das Erbe jedenfalls schon vor einigen Jahren. Die mit rund zwei Millionen Euro dotierte Falco-Stiftung zahlte bis zu ihrem Tod für Behandlungen und Lebenskosten der Mutter, danach werden die von Ronny Seunig verwalteten Gelder nun an junge Künstler ausgeschüttet werden. Noch immer wird die Stiftung jährlich mit rund 300.000 Euro an Tantiemen für Falcos Lieder gefüttert.

Respektierte Mutter des Falken

Maria Hölzel war nicht nur bei den Falco-Fans hoch respektiert, sondern auch in ihrem Heimatgrätzel in Wien-Margareten. Die ehemalige Filialleiterin einer Putzerei in Wien-Penzing galt als streng und war nicht nur ein Mal auf Entschuldigungstour in den Schulen, die Hans Hölzel besuchte, und in umliegenden Geschäften, um die mehr oder weniger lustigen Streiche ihres Sohnes geradezubiegen. Noch Jahrzehnte später berichteten Lehrer am Rainergymnasium und Geschäftsleute auf der Margaretenstraße von der liebevollen Mutter mit dem ungezogenen Sohn, der auch mal Steine auf Personen warf. Ihr Sohn war dennoch immer ihr Ein und Alles. Auf Conny de Beauclairs Facebook-Seite, auf der ihr Tod bekannt gegeben wurde, finden sich zahlreiche Beileidskundgebungen: "R.I.F. Maria Hölzel, liebe Grüße an Hans beim Wiederseh’n!", war etwa dort zu lesen.

Falco: Hoch wie nie

Falco wird im Februar 1957 in Wien als Johann Hölzel geboren und wächst mit seiner Mutter Maria in der Ziegelofengasse in Wien- Margareten auf. Die "Mamsch" drängt ihn mangels schulischen Erfolgs zu einer Beamtenlaufbahn. 1977 beginnt er als Jazz-Pianist in Deutschland und ist beim Neujahrsspringen so von DDR-Skispringer Falko Weißpflog begeistert, dass er dessen Vornamen adaptiert. Seinen Höhepunkt erreicht er, als er 1986 mit "Rock Me Amadeus" drei Wochen Platz eins der US-Charts hält. Als er die Nachricht bekommt, weint er. "Das schaffe ich nie mehr", sagt Falco. Er behält Recht. 1998 stirbt er bei einem Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik.