Chronik | Wien
03.05.2017

Erste Bauarbeiten neben Stammersdorfer Zieseln

Bagger heben Baugrube aus. Kritiker vermissen naturschutzrechtliche Bewilligung.

Das Warten hat ein Ende: Seit Beginn der Woche hebt ein Bagger auf dem Areal beim Stammersdorfer Heeresspital die erste Baugrube aus. Damit ist der Startschuss für die Errichtung der ersten 130 (von insgesamt 950) Wohnungen gefallen, die bis dato von geschätzten 200 Zieseln verzögert wurde. Da die streng geschützten Nager vom betroffenen Grundstück abgewandert sind, haben aber weder die ökologische Bauaufsicht, noch die Wiener Umweltabteilung (MA22) Einwände.

Kritik kommt allerdings von der Umweltorganisation VIRUS sowie von der örtlichen Bürgerinitiative „IGL Marchfeldkanal“. Kam die Behörde doch zu dem Schluss, dass vor Baubeginn kein naturschutzrechtliches Bewilligungsverfahren nötig sei. „Wenn es keinen Bescheid gibt, kann man auch nichts beeinspruchen“, vermutet VIRUS-Sprecher Wolfgang Rehm als Grund dafür.

"Salamitaktik"

Dem widerspricht MA-22-Chefin Karin Büchl-Krammerstätter. Zum einen habe man den Bauträgern strenge Auflagen erteilt, zum anderen befänden sich auf dem Bauareal keine geschützten Tiere mehr. „Wir haben sogar überprüft, ob es Beeinträchtigungen benachbarter Gründe gibt – durch Erschütterungen, Lärm, den Schattenwurf der Gebäude oder die spätere Betriebsphase.“ Und dies sei – so sich die Bauträger an alle Auflagen halten – nicht der Fall.

Bei der IGL kritisiert man die „Salamitaktik“, mit der nun weitere Teile des Geländes erschlossen werden sollen. Von Sozialbau liegt der MA22 etwa ein Ansuchen auf Baufeldfreimachung weiterer 2000 vor. Davon wären drei Zieselbaue und drei weitere Baue (Ziesel oder Hamster) betroffen. Dieser Teil des Baufelds war bei der ursprünglichen Einreichung vergessen worden. Die MA22 prüft nun.