Emissionsfreier Transport in die Wiener City: 50 Betriebe nehmen teil
Zuerst waren es 30, dann 41 und nun 50 Unternehmen, die teilnehmen. Schon das dritte Jahr in Folge präsentierten der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und die Wirtschaftskammer Wien heuer die neue Mitgliederzahl des Pilotprojekts „Zero Emission Transport“.
Gestartet wurde die Initiative im Frühjahr 2024, von der Wirtschaftskammer Wien in enger Kooperation mit der Stadt. Dabei geht es darum, dass Unternehmen in Wien Transportfahrten in den zwei Innenstadtbezirken – Innere Stadt und Leopoldstadt – emissionsfrei absolvieren. Und zwar freiwillig. Ausgelegt ist das Projekt auf vorerst drei Jahre, heuer befindet sich das Projekt demnach im Endspurt. Das heißt: Bilanz ziehen.
Spezialfahrzeuge
50 Unternehmen nehmen also freiwillig an dem Projekt teil und absolvieren ihre Fahrten emissionsfrei, berichtet Ludwig. Insgesamt 5,1 Millionen Kilometer seien seit Beginn im Jahr 2024 im Rahmen des Projekts emissionsfrei zurückgelegt worden, knapp 2.000 Tonnen CO2-Äquivalente sowie mehr als eine Tonne Stickoxide seien eingespart worden.
Unterwegs sind nicht nur Pkw und Lieferwägen, sondern auch vollelektrische Busse, Müllfahrzeuge oder Lkw mit Ladekran, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.
Bis 2035 gänzlich emissionsfrei unterwegs sein will etwa das Unternehmen „Ankerbrot“, das sich nun dem „Zero Emission Transport“-Projekt angeschlossen hat. Der Zeitrahmen sei deshalb so gewählt, sagt Tina Schrettner, Marketing-Geschäftsführerin von Ankerbrot, weil es derzeit noch schwierig sei, emissionsfreie große Lkws zu erhalten, die auch eine vollelektrische Kühllogistik besitzen.
Das Entsorgungsunternehmen „Saubermacher“, das bereits von Anfang an Projektmitglied ist, ist da bereits einen Schritt weiter: Neun Elektro-Lkw seien bereits in Wien unterwegs, sagt der Gründer Hans Roth.
Für die Teilnahme an „Zero Emission Transport“ sei für ihn nicht nur die CO2-Einsparung ausschlaggebend gewesen, sagt Roth. „Auch der Lärm war ein bedeutender Faktor. Gerade Müllfahrzeuge, die auch elektrische Aufbauten haben, sind eine tolle Sache für die Innenstadt.“ Sie seien deutlich leiser als herkömmliche Müllfahrzeuge.
Erkenntnisse gewinnen
Begleitet wird das Projekt von der Fachhochschule des BFI Wien. Dort wird erhoben, wie viel CO2 beteiligte Firmen einsparen können, wo sie aber auch auf Hindernisse bei der Durchführung stoßen.
In den Daten zeige sich etwa, dass laut Unternehmen besonders der niedrige Wartungsaufwand der E-Fahrzeuge und der Aspekt rund um Klima- und Umweltschutz für die Transformation zur E-Mobilität im Wirtschaftsverkehr spreche. Probleme gebe es dagegen bei der geringen Reichweite der Fahrzeuge, den hohen Anschaffungskosten und der geringen Verfügbarkeit von emissionsfreien Spezialfahrzeugen am Markt. Die Unternehmen wünschen sich deshalb mehr Förderungen und günstigere Ladetarife, ist aus den Erhebungen zu entnehmen.
Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck verkündete bereits, das Projekt „mit Sicherheit“ weiterführen zu wollen. Zeitlich auf jeden Fall, wie er betont. Ob auch weitere Bezirke ins Programm aufgenommen werden sollen, überlasse er „der Expertise der Unternehmen“.
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