Chronik | Wien
12/04/2014

Elektro-Taxi: Mit 400 PS lautlos über den Ring

Die Stadt will in naher Zukunft nur noch E-Taxis. Vier sind schon jetzt in Wien unterwegs.

Satt fällt die Autotür ins Schloss. Herr Gabor fährt langsam los, wenig später drückt er kurz aufs Gaspedal. Fahrer und Beifahrer drückt es in den Sitz.

"Vierhundert PS", sagt Herr Gabor und grinst. Seit wenigen Wochen sind vier Tesla-Taxis auf den Wiener Straßen unterwegs, eines der sportlichen Elektroautos darf Herr Gabor lenken.

Geht es nach der Stadtregierung, sollen elektrische Taxis mittelfristig die spritbetriebenen ablösen. Erst kürzlich wurde im Fachkonzept Mobilität beschlossen, bis 2025 den Anteil der elektrisch betriebenen Taxis auszubauen.

Für Milan Milic, Geschäftsführer der Firma Öko-Taxi, liegen die Vorteile seiner vier E-Taxis auf der Hand: "Der Tesla schafft eine Reichweite von 400 Kilometer. Und in einer Dreiviertelstunde ist er wieder aufgeladen." Mit Förderung koste der Tesla etwas mehr als 45.000 Euro. Ähnlich viel wie ein neuer Mercedes. Der große Unterschied: Einmal "volltanken" kostet 7 Euro. Ein Bruchteil dessen, was ein herkömmliches Taxi schluckt.

Flüsterauto

Lautlos rollt der Tesla über den Ring. Innen dominieren Leder und der große Touch-Screen in der Mittelkonsole. Neben Navi und der Rückfahrkamera beherbergt dieser auch einen Webbrowser.

Nur eines fehlt. Motorengeräusche. "Wenn ich langsam losrolle, muss ich daher auf Passanten achten, da sie mich nicht hören", sagt Herr Gabor. Wer einsteigt, ist meist begeistert. "Es gibt überraschenderweise viele Damen die sich auskennen und das Auto toll finden", sagt Herr Gabor. Hat das Auto irgendwelche Nachteile? "Ja, wenn man nach der Arbeit in den Familien-Skoda steigt", sagt Gabor. "Der ist dann ein grauenhaft lahmes, lautes Ding."

Auch Martin Hartmann, Chef der Taxifunkzentrale 40100, ist vom E-Taxi überzeugt. "Ich sehe große Chance für die E-Mobilität bei Taxis", sagt Hartmann. 25 Prozent der 40100-Flotte seien etwa Hybridautos. Das Tesla-Taxi direkt bestellen kann man aber noch nicht. Dazu gebe es noch zu wenige, sagt Hartmann. Lange dürfte es aber nicht mehr dauern. Herr Milic plant weitere Investitionen: "Wir wollen zusätzlich 16 Tesla anschaffen", sagt er.