Die Pendlerpauschale wird um einen sogenannten "Pendler-Euro" aufgefettet: Je gefahrenen Kilometer gibt es einen Euro "in Cash" vom Finanzamt zurück. In den Genuss der Pendlerpauschale kommen künftig auch Teilzeit- und Wochenpendler.

© Gerhard Deutsch

Chronik Wien
09/11/2019

Sechs Milliarden für den Bahnausbau: Das ändert sich für die Ostregion

Wien, NÖ, Burgenland und der Bund haben bessere Öffi-Verbindungen ausgehandelt - erstmals gemeinsam. Pendler sollen profitieren.

Mehr Zugverbindungen und dichtere Takte - nicht erst seit der großen Pendler-Umfrage der Arbeiterkammer ist bekannt, was sich Öffinutzer in der Ostregion wünschen. Erstmals haben sich nun Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Bund gemeinsam auf die Bestellung des Schienenverkehrs geeinigt. Bis 2029 soll das Bahnangebot um 25 Prozent zulegen. Neun Millionen zusätzliche Bahnkilometer sollen die Menschen zu ihren Zielorten bringen. Insgesamt werden 6,5 Milliarden Euro investiert. Allein Niederösterreich zahlt 1,1 Milliarden Euro. Was trotz Pendler-Wunsch nicht im Programm ist: ein einziges Ticket für die Ostregion.

Das verbessert sich in Niederösterreich

Bis 2029 soll es auf allen Strecken, auch abseits der Ballungsräume, einen Stundentakt geben. Zudem sollen zur Hauptverkehrszeit mehr Züge unterwegs sein. Kundenfreundlicher sollen jedenfalls die Betriebszeiten werden: Alle Bahnlinien werden künftig ab Wien mit letzter Abfahrt um 22 Uhr erreichbar sein. Derzeit sind die letzten Abfahrten auf den Regionalbahnen oftmals um 20 Uhr. Auf den Hauptstrecken sollen bis Mitternacht Züge geführt werden. Auch auf den Ausbau der Pottendorfer Linie und der Südbahn, der Marchegger Ostbahn, der Nordbahn und auf die Elektrifizierung Niederösterreichischer Regionalbahnen haben sich Bund und Länder noch einmal konkret verständigt.

Bis 2022 sollen laut dem NÖ Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko 3,5 Millionen zusätzliche Kilometer im Regional- und Nahverkehr angeboten werden. Bis 2029 kommen noch einmal drei Millionen dazu. Zum Vergleich: Das aktuelle Angebot umfasst 32 Millionen Kilometer.

Das verbessert sich in Wien

Die S-Bahn soll in Wien teils in ähnlichen Intervallen wie die U-Bahn fahren, kündigt Wiens Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke an. Die S-Bahn-Stammstrecke von Meidling nach Floridsdorf wird schon 2020 alle drei bis fünf Minuten bedient werden. Zwischen Aspern-Nord bis Hütteldorf sollen die Züge alle halben Stunden verkehren, die S50 soll alle 15 Minuten von Wien Westbahnhof nach Unter Purkersdorf fahren. Auch die Vorortelinie S45 zwischen Hütteldorf und Handelskai soll attraktiviert werden.

Damit sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: ein besseres Angebot für die Pendler und 11.000 gesicherte Arbeitsplätze bei den ÖBB.

Das verbessert sich im Burgenland

Neben generellen Taktverdichtungen arbeitet das Burgenland an einer neuen Buslinie, die das Südburgenland mit Graz verbinden soll. Im Fahrplan 2020 werden die Zugverbindungen zwischen Wien Hauptbahnhof - Bruck/Leitha - Kittsee bzw. Wien Hauptbahnhof - Neusiedl ausgebaut. Bereits im Dezember 2019 wird es zusätzliche Verbindungen aus Wien auf der Strecke Wolkaprodersdorf - Deutschkreuz geben.

Was es bringt

Eine organisatorische Erleichterung wird es ebenfalls geben: Die Bestellung des Zugangebots für Bund und Länder wird künftig von der Schieneninfrastruktur-DienstleistungsgmbH direkt bei der ÖBB Personenverkehrs AG abgewickelt. Verkehrsminister Andreas Reichhardt erhofft sich durch die gemeinsame Bestellung der Verkehrsdienstleistung und den damit verbundenen Öffi-Ausbau in den nächsten zehn Jahren eine Einsparung von 18 Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zum Individualverkehr.