Ein Jahr Pfand: Wo bleiben die Pfandringe in Wien?
Pfandring in Linz
Pfandautomaten sind eine Qual. Vor allem samstags, wenn alle ihr Pfand zurückgeben wollen. Und am meisten, wenn die Automaten die Flaschen, die man ihnen füttern will, nicht annehmen. Aber was tut man nicht alles, es hat ja seinen Sinn.
Auf der Suche nach dem Sinn befindet man sich dagegen auf Wiens Straßen. Wenn Veranstaltungen anstehen und Menschen ihre Pfandflaschen auf den Boden stellen, um sie nicht mitschleppen oder in den Müll schmeißen zu müssen.
Dann fragt man sich: Wo sind sie, die Pfandringe?
Die kurze Antwort: im Museumsquartier. Dort wurden im August Pfandregale eingeführt.
Die Pfandflaschen können dort hineingestellt werden. „Pfandsammler:innen müssen damit nicht mehr in Mistkübeln nach Pfandflaschen suchen“, hieß es damals.
Unter keinem Müllberg
Ein knappes halbes Jahr später zieht das Museumsquartier Bilanz. Und eines vorweg: Das Museumsquartier ist nicht unter einem Müllberg verschwunden. Die Regale werden gut angenommen, sagt eine Sprecherin. „Eine generelle Vermüllung können wir nicht feststellen.“
Nur eine Kleinigkeit gebe es zu bemängeln: „Ab und an mischt sich eine Flasche ohne Pfand den Pfandflaschen bei“. Diese werde dann entsorgt.
Um die Stadt Wien umzustimmen und sie von Pfandringen zu überzeugen, wird dieses Beispiel aber nicht reichen. Eine Einführung sei „nicht vorgesehen“, heißt es weiterhin von der MA 48. Man beschäftige sich schon seit Jahren mit den Erfahrungswerten anderer Städte. Viele hätten die Pfandringe nach der Pilotphase nicht weiter verwendet. Diverser Müll würde sich darin ansammeln, Insekten werden dadurch angezogen und der soziale Aspekt sei „keinesfalls treffsicher“, jeder könne Flaschen entnehmen.
Die Argumente sind durchaus nachvollziehbar. Am Boden abgestellte Flaschen erzielen oben beschriebene Effekte aber wohl auch: Müll, Insekten und jeder kann die Flaschen nehmen. Wo ist da der Sinn?
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