Die Italienerinnen Giorgia (li.) und Donatella beraten Schauspieler Manuel Rubey

© KURIER/Jürg Christandl

Weihnachtsmenü
12/23/2016

Ein Festmahl ganz ohne Braten

Für Manuel Rubey gibt es am Heiligen Abend erstmals weder Fisch noch Fleisch.

von Anna-Maria Bauer, Jürg Christandl

In der Karpfen-und-Gansl-Nation Österreich ist Manuel Rubey heuer in der Minderheit. Denn für den Schauspieler ("Was hat uns bloß so ruiniert?") und Kabarettisten ("Gott & Söhne") gibt es am Heiligen Abend zum ersten Mal weder Fisch, noch Fleisch, sondern nur Vegetarisches.

Am konkreten Weihnachtsmenü wird dabei noch getüftelt. Und das beginnt wie jedes Jahr damit, dass Rubey seine Lieblingsgeschäfte in der Margaretenstraße nach guten Zutaten abklappert.

Der erste Stopp ist der kleine sizilianische Feinkostladen "Crupi" auf Nummer 3, in dem sich Kartons mit italienischem Weihnachtskuchen bis unter die Decke stapeln. Rund 1500 Stück Pandoro (süßes Brot mit Schokostückchen) verkauft Lokalbesitzer Antonino Crupi in der Adventzeit. Einen davon packt Rubey gleich ein. Dazu nimmt er ein Kilo Orangen – "weil die einfach am besten schmecken."

Was der 37-Jährige an dem kleinen Laden noch schätzt: Dass es nur ganz wenige, dafür ausgewählte Produkte gibt. "Das ist unglaublich entspannend. Das Überangebot im Supermarkt überfordert mich oft."

Von Kindern bekehrt

Apropos überfordert. Eigentlich war Rubey jahrelang ein großer Weihnachtsgegner. Die Adventzeit sei zu hektisch, zu stressig, außerdem finde das Fest für seinen Geschmack in der falschen Jahreszeit (weil: zu kalt) statt. Bekehrt haben ihn dann seine Kinder. Denn – und das mag wie ein Klischee klingen, ist aber einfach wahr – seit die Augen seiner beiden Töchter am Heiligen Abend glücklich strahlen, kann er gar nicht anders, als das Fest doch irgendwie toll finden.

Indes geht es weiter die Margaretenstraße hinunter zum nächsten Feinkostladen auf Nummer 42, der wieder ein Italiener ist. "Aber die können’s halt einfach", meint Rubey, während er die Tür zum Geschäft "Donatella" öffnet.

Auch hier stehen Dutzende Kartons eines typisch italienischen Weihnachtskuchens.

Diesmal ist es Panettone, ein süßes Brot mit Rosinen. Wurst-technisch haben die drei italienischen Besitzer Donatella, Paolo und Giorgia vor allem ihre Cotechino-Vorräte aufgestockt. Diese kräftig gewürzte Rohwurst wird an Silvester traditionell mit Linsen serviert. Je mehr Linsen gegessen werden, desto mehr Geld soll es für diese Person im nächsten Jahr geben. Tradition hin oder her; Wurst braucht Rubey heuer ja nicht. Er wählt also den besten Büffelmozzarella und Pistazien-Pesto.

Die Quasi-Zweitfamilie

Eine besondere Silvestertradition hat Rubey mit seiner Quasi-Zweitfamilie. Mit der mittlerweile sechsköpfigen Coverband "Familie Lässig" spielt er alljährlich ein etwas anderes Neujahrskonzert im Stadtsaal. Der Erlös kommt dem Verein "Purple Sheep" zugute.

Was jetzt noch auf Manuel Rubeys Liste fehlt ist der Wein. Den besorgt der Schauspieler stets an derselben Adresse, nämlich im "Pub Klemo"-Weinshop in der Margaretenstraße/Ecke Wehrgasse. Für Lokalbesitzer Robert Brandhofer ist der heutige 23. Dezember der stressigste Tag im ganzen Jahr: "Viele kommen offenbar jedes Jahr aufs Neue erst im letzten Moment drauf, dass Ihnen zum Menü noch der passende Wein fehlt", sagte Brandhofer – und während er Rubey einen französischen Malbec präsentiert, ergänzt er: "Wir sind jedenfalls wieder vorbereitet."

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