Der Franz-Josefs-Kai sorgt für Kummer am Morgen. 

© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Wien
07/15/2021

Ein "besonderer" Baustellen-Sommer

Am Franz-Josefs-Kai steht man morgens bis zu 30 Minuten im Stau. Die dortigen Baustellen zählen zu den heikelsten, die die kommenden Wochen zu bieten haben.

von Nina Oezelt, Manuela Eber

In Wien ist eine Art  Baustellenpandemie ausgebrochen. Lange schon waren  die Arbeiten  angekündigt, jetzt werden so richtig spürbar: Man steht im Stau.

So einen „besonderen Sommer“ hat selbst der  Wiener Baustellenkoordinator Peter Lenz in seinen 30 Dienstjahren  noch nicht erlebt (siehe auch Grafik).  Der Grund dafür sind allen voran die aktuellen U-Bahn-Baustellen: Sie ziehen immer mehr Arbeiten an der Oberfläche nach sich. So ergeben sich richtige Baustellen-Cluster. „Die U-Bahn-Baustelle beim Rathaus ist etwa verknüpft mit der Baustelle an der Museumsstraße“, sagt Lenz. 

  • Die Baustelle in der Favoritenstraße befindet sich im 4. Bezirk.
  • Und im 19. Bezirk wird die Grinzinger Straße bis zur Nußdorfer Lände und nicht bis zur Nußdorfer Straße verlängert. 

 

Hinter dem Rathaus entsteht bekannterweise das Linienkreuz zwischen der verlängerten U2 und der neuen  Linie U5. Deshalb ist die U2 zwischen Schottentor und Karlsplatz derzeit bis Herbst 2023 eingestellt. Aktuell werden  an der Decke  des U2-Tunnels unter der Museumsstraße die Dehnfugen erneuert. Dafür wird ein bis zwei Meter tief nach unten gegraben. Die Arbeiten sind notwendig, um den Tunnel fit für die U5 zu machen, die künftig auf dieser Trasse fahren wird. Die Zweierlinie  ist in diesem Bereich bis 5. September abgeriegelt.

Am anderen Ende der Stadt, beim Matzleinsdorfer Platz, tut sich wegen der Arbeiten an der U2 eine weitere Großbaustelle auf. 

Neben diesem U2-Baustellencluster gibt es noch das U4-Cluster am Franz-Josefs-Kai. Hier werden derzeit die Decken des U-Bahn-Tunnels saniert. Daher sind  nur noch zwei von vier  Fahrspuren benutzbar. Links auf die Schweden- und die  Marienbrücke abzubiegen, ist nicht möglich.„Die Strecke  wird auch in den nächsten drei Sommern  gesperrt sein“, sagt Lenz. So lang dauere die Tunnelsanierung insgesamt.

Geduldsprobe

Diese Baustelle sorgt für die längsten Wartezeiten: „In der Früh  sind es   30 Minuten“,  heißt es vom ÖAMTC.  Um diesen Verzögerungen entgegenzuwirken, müssen derzeit Polizisten vor Ort den Verkehr regeln und  die Ampelschaltungen anpassen.   20 Minuten Wartezeit müsse man morgens bei der Altmannsdorfer Straße einrechnen. Alternativen gibt es  laut ÖAMTC keine:  „Man ist einspurig unterwegs“.  Betroffen sind vor allem Lenker, die aus dem Süden nach Wien kommen. 

Geduld braucht man außerdem auf der Tangente – also im A23-Cluster. Sperren von diversen Rampen führen immer wieder zu Staus – auch auf der Zufahrt  zur A4 und zum Flughafen. 

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