Chronik | Wien
28.11.2018

Dorotheum-Diebstahl: Polizei sucht drei Verdächtige

Trio nahm Bild von Auguste Renoir ohne Rahmen mit und spazierte damit aus dem Auktionshaus.

Bei dem Coup rund um das gestohlene Renoir-Gemälde gibt es eine heiße Spur. Die Videokameras im Dorotheum filmten drei Verdächtige, die das Exponat gestohlen haben sollen.  Die drei Männer waren am Montag um 17.15 Uhr in das Auktionshaus in der  Dorotheergasse spaziert und hatten das 27 x 40 Zentimeter große Bild im zweiten Stock  ins Auge gefasst. In einer ruhigen Minuten soll das Trio das Gemälde einfach aus dem Rahmen genommen und eingesteckt haben.

Videokameras zeichneten das Trio auf, die Ermittler sichteten im Laufe des Mittwochs das Material. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die drei Männer danach über verschiedene Ausgänge das Gebäude verlassen. Laut Ermittlern dürfte es sich um eine professionelle Bande handeln. Kunstexperten schätzen das über 120 Jahre alte Öl-Gemälde samt Signatur des Künstlers auf einen Wert von 120.000 bis 160.000 Euro. Die Polizei bittet unter der Telefonnummer  01-31310-33640 um Hinweise.

Renoir-Gemälde aus Dorotheum gestohlen

Am Mittwoch, zwei Tage nach dem Coup, schlenderten zahlreiche Besucher seelenruhig durch die Ausstellung Post-War und Zeitgenössische Kunst, wo das Gemälde ausgehängt war.
Eine heimliche Flucht nach einem  Diebstahl ist beinahe unmöglich. Denn in jedem Raum sind mehrere Kameras angebracht, die das Geschehen  ständig aufzeichnen. Eine Mitarbeiterin spielte im KURIER-Gespräch den Diebstahl herunter und meinte, dass das Exponat  nur „zurückgezogen wurde“.

 

Dorotheum-Diebstahl

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Dorotheum-Diebstahl

Nach diesen Verdächtigen fahndet die Polizei.

Dorotheum-Diebstahl

Nach diesen Verdächtigen fahndet die Polizei.

Dorotheum-Diebstahl

Nach diesen Verdächtigen fahndet die Polizei.

Gleich viele Diebstähle

Tatsächlich kommen in Österreich Kunstdiebstähle selten vor.  Vergangenes Jahr wurden 172 Fälle von Kulturdiebstahl angezeigt und dabei ein Gesamtschaden von 770.000 Euro angerichtet. An erster Stelle standen bei den Dieben Musikinstrumente, die entweder bei Auftritten oder bei Einbrüchen erbeutet wurden. Ein Trend sei nicht feststellbar, da die Kunstdiebstähle in den vergangenen Jahren beinahe gleich blieben.

Für großes Aufsehen sorgte 2014 auch ein Kunstdiebstahl in Wien-Hietzing, bei dem 72 Gemälde aus einer Villa entwendet wurden. Der Schaden belief sich auf 2,5 Millionen Euro.   Der bisher spektakulärste Kunstraub ereignete sich   2003. Ein Mann hatte in den früheren Morgenstunden im Kunsthistorischen Museum (KHM) Benvenuto Cellinis 50 Millionen Euro teure „Saliera“ gestohlen. Im Jänner 2006  wurde das Exponat in einem Wald in Niederösterreich gefunden, der Täter stellte sich.