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„Lusterboden“: Wiener Nachwuchs-Popduo ist reif für die Insel

Wenn am Wochenende das Donauinselfest startet, steht auch das Wiener Duo „Lusterboden“ erstmals auf der W24-Bühne. Für Merlin und Florian ist es der bisher größte Auftritt ihrer Karriere.
Merlin (l.) und Florian besingen in ihren Liedern das Wien ihrer Generation – unter anderem Vespa-Fahrten durch Meidling.

Von Johanna Worel

„Ich möcht' auf der Donau Tretboot fahren“, heißt es in einem der Lieder des Wiener Duos Lusterboden. Am kommenden Sonntag zieht es Merlin Miglinci, 25 Jahre und Florian Klingler, 23 Jahre, aber nicht aufs Wasser, sondern auf die W24-Bühne des Donauinselfests. Für die beiden Wiener ist der Auftritt einer der bisher größten ihrer noch jungen Karriere.

Mit 13 Jahren standen sie erstmals gemeinsam auf der Bühne – allerdings nicht auf einer Konzertbühne, sondern im Wiener Burgtheater. Während der Proben zu Erich Kästners „Pünktchen und Anton“ – Florian spielte die Pünktchen, Merlin den Bösewicht Gottfried Klepperbein – lernten sich die beiden kennen und wurden Freunde. Aus der Freundschaft entstand wenig später auch ihre erste Band: „La Poubelle“, französisch für Mistkübel. „Unsere Instrumente waren eine Ukulele und ein Mistkübel. Daraus haben wir Musik gemacht“, erzählt Florian. Geprobt wurde auf dem Dachboden des Burgtheaters – auf einer Probebühne namens „Lusterboden“.

Mit „La Poubelle“ blieb der große Durchbruch zwar aus, aufgehört, gemeinsam Musik zu machen, haben Merlin und Florian aber nicht. Die Freundschaft aus Kindertagen blieb bestehen – genauso wie die gemeinsame Leidenschaft für Musik.

Musik am Dach

Jahrelang schrieben sie Wiener Lieder – zunächst nur für sich selbst. „Wir fanden es irgendwie schade, dass es in unserer Generation so wenig Wiener Lieder gibt“, erzählt Merlin. Also begannen sie, selbst Musik zu schreiben – allerdings nicht über Klischees Fiaker oder den Stephansdom, sondern über ihr eigenes Wien: über Vespa-Fahrten durch Meidling, lange Nächte in der Pratersauna, Freundschaften und die erste Liebe in Wien.

Dabei wechseln sich humorvolle Beobachtungen mit sehr persönlichen Geschichten ab. Während das erste Album noch stärker vom Wiener Alltag geprägt war, seien die neuen Lieder „wie ein Blick ins Tagebuch“, erzählen die beiden.

Lange blieb die Musik ein gemeinsames Hobby, bis Freunde sie fragten, ob sie auf dem Dach am Standl „Ausgabe“ im neunten Bezirk auftreten möchten. Merlin und Florian wollten am Dach ausschließlich ihre eigenen Lieder spielen.

Gemeinsam mit Produzent Enzo Geier entstand innerhalb einer Woche ihr Debütalbum. „Wir dachten, damit hätten wir unser Ziel erreicht“, erinnert sich Florian. Doch schon kurz darauf folgten die ersten Konzertanfragen – unter anderem für einen Auftritt im Wiener Konzerthaus. Mittlerweile stehen die beiden regelmäßig gemeinsam auf der Bühne. „Wir organisieren uns das alles selbst“, erzählen sie.

Auf den Spuren von Falco

Nun wartet der nächste Meilenstein. Auf Einladung von W24-Geschäftsführer Michael Kofler steht Lusterboden am Sonntag um 20 Uhr auf der Wiener Liedkunstbühne des Donauinselfests. Dass das Festival jungen heimischen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne bietet, sei für die Musikszene enorm wichtig. „Wir hatten damals Glück. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hatten viel Unterstützung“, sagt Florian. „Und das wünschen wir allen.“ Gerade am Beginn einer Karriere brauche es Menschen, die an einen glauben und einem eine Chance geben. Genau das könne ein Festival wie das Donauinselfest leisten.

Für die beiden ist der Auftritt etwas ganz besonders. Florian war zwar als Schüler schon ein, zwei Mal auf dem Festival, für Merlin wird es eine Premiere. „Seit ich klein bin, hat mein Papa immer über das legendäre Falco-Konzert am Donauinselfest geredet“, erzählt er. Inzwischen besitzt er die Aufnahme auch auf Vinyl. „Das hören wir uns zur Vorbereitung sicher noch ein paar Mal an.“

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