So rüstet sich die Donauinsel für das 43. Festival
Staub wirbelt auf, als ein Lkw von der Floridsdorfer Brücke auf die Donauinsel biegt. Er fährt zur Festivalbühne, in deren Schatten mehrere Bauarbeiter gerade eine Pause einlegen. Hunderte Männer und Frauen werkeln seit Wochen an den Tribünen, Zelten und Sicherheitsgeländern für das 43. Donauinselfest.
Auf den 4,5 Kilometern Festivalgelände werden 14 Bühnen, 120 Zelte sowie 260 Büro- und Lagercontainer aufgebaut. Musikbegeisterte erwarten rund 700 Stunden Programm, geboten werden etwa 200 Acts. Insgesamt werden rund 500.000 Speisen geliefert, 70.000 Portionen Pommes und 400.000 Krügerln Bier.
Auch wenn die Handgriffe der Bauarbeiter – und die der Veranstalter – bereits seit Jahren sitzen, bleibt heuer doch nicht alles beim Alten: Auch das Donauinselfest ist von den Einsparungen der Stadtregierung betroffen. Zwei Bühnen werden beim diesjährigen Festival gestrichen, auch weniger Künstler werden auftreten – das Programm wird jedoch nicht gekürzt, die Musikerinnen und Musiker werden dafür länger spielen, heißt es von den Veranstaltern.
52 Zugangsschleusen
Wie viele Besucher man heuer konkret erwartet, wird nicht kommuniziert. Mit einem so starken Zustrom wie im Jahr 2023, als RAF Camora auftrat, rechnet man aber nicht. Damals mussten die Veranstalter und die Wiener Polizei via Social Media dazu aufrufen, nicht mehr aufs Festivalgelände zu kommen.
„Wir beobachten die Zuschauerströme am Festival und auch auf den Brücken, die haben ja auch nur eine gewisse Auslastung. Dazu stehen wir in Kontakt mit der Polizei und den Wiener Linien“, sagt Projektleiterin Julia Healy. Es gebe zahlreiche Kameras am Gelände, welche Aufschluss über die Dichte der Besucher geben.
Neue Vorgaben im Veranstaltungsgesetz
Am Gelände gibt es insgesamt 52 Zugangsschleusen, an denen die Taschen der Besucher kontrolliert werden. An 350 Stellen sind Securitys positioniert, die anlassbezogen auch aufgestockt werden können, betont man bei den Veranstaltern. Außerdem muss heuer das erste Mal ein verpflichtendes Awareness-Konzept für das Festival vorgelegt werden. Mit 1. Juli treten nämlich die neuen Vorgaben des Wiener Veranstaltungsgesetzes in Kraft, die ein derartiges Konzept bei Großveranstaltungen beinhalten.
24 Awareness-Mitarbeiter
„Wir hatten schon die letzten Jahre bestehende Awareness-Maßnahmen. Und heuer haben wir mit dem Awareness-Kollektiv AwA*einen neuen Partner gefunden, der uns besonders am Herzen liegt“, betont Jörg Neumayer, Veranstalter und Landesparteisekretär der SPÖ Wien. Mit insgesamt 24 Männern und Frauen wird das Awareness-Team im Einsatz sein. „Ich nehme mal an, dass die Leute wegen unterschiedlichen Themen zu uns kommen. Ich kenne es aus unserer Arbeit im öffentlichen Raum, da geht es um psychosoziale Probleme oder auch rassistische oder sexistische Vorfälle“, erzählt Willi Hejda von der Projektkoordination. Das Konzept der Veranstalter wurde gemeinsam mit dem Awareness-Kollektiv erstellt.
Neben dem Awareness-Konzept gibt es auch ein Sicherheitskonzept, die Veranstalter sind mit Polizei und Rettungskräften im Austausch. Auch der Samariterbund ist am Donauinselfest vertreten. Einer, der schon jahrzehntelange Erfahrung am Areal hat, ist Einsatzleiter Erwin Scheidl. „Für mich ist es das 42. Donauinselfest, ich habe nur das erste versäumt“, lacht Scheidl.
Geburten am Festival
In den 42 Jahren sei ihm schon sehr viel untergekommen, erzählt er. „Es gibt nichts, was es am Inselfest nicht gibt. Wir haben schon Geburten gehabt und einen abgestürzten Heißluftballon.“ 250 Sanitäterinnen und Sanitäter des Samariterbundes werden tagtäglich vor Ort sein. Die Einsatzgründe seien zumeist Kreislaufprobleme oder verstauchte bzw. gebrochene Extremitäten. Hoch im Kurs stünden außerdem Blasenpflaster. Was den Alkoholkonsum betrifft, wären die Besucherinnen und Besucher noch lernfähig, wenn man sich die vergangenen Jahre anschaue, so Scheidl. „Aber ich hoffe, dass die Leute vor allem bei den Temperaturen darauf achten“, betont der Einsatzleiter.
Laut Geosphere wird am Donauinselfest eine Durchschnittstemperatur von 24 Grad Celsius erwartet. Das wärmste Festival bisher fand im Juni 2002 bei 32,1 Grad statt, so die Veranstalter.
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