Chronik | Wien
28.09.2017

Döblinger setzt sich für Parkpickerl ein

Platzmangel. Anrainer sammelte rund 280 Unterschriften. Grüne stellen Antrag in Bezirksvertretung.

Ein Mercedes aus München, ein Wohnwagen aus Vöcklabruck, ein Lkw aus Tschechien. Rund die Hälfte der Autos, die derzeit im Döblinger Teil des Cottageviertels parken, haben kein Wiener Kennzeichen. "Wir sind zu Österreichs größtem Gratis-Parkplatz verkommen", klagt Juraj Necpal. Auch Anrainerin Michaela Klamert ist frustriert. Während es im Währinger Teil des Cottageviertels seit der Einführung des Parkpickerls mitunter autofreie Straßenzüge gibt, stehen in Döbling die Autos Stoßstange an Stoßstange. Lange Zeit müsse man für einen Parkplatz kreisen. Regelmäßig rufen Klamert, Necpal und andere Anrainer in der Bezirksvertretung an. Geändert hat sich nichts.

Grätzellösung

Deshalb hat Necpal die Sache nun selbst in die Hand genommen. Er macht sich – in Absprache mit den Grünen – für eine Grätzellösung in Döbling stark. Konkret geht es bei dem Vorschlag um ein Pickerl im Cottageviertel, im Pantzerviertel und in Heiligenstadt; jene Bereiche, die aufgrund der dichten Bebauung und der Nähe zu Bezirken mit Parkpickerl mit Parkplatznot zu kämpfen haben.

In den vergangenen zehn Tagen hat Necpal 280 Personen von der Lösung überzeugen können. Mit ihren Unterschriften wird er heute, Donnerstag, der Bezirksvertretungssitzung beiwohnen. Die Grünen werden einen Antrag für diese Grätzellösung einbringen. Es ist der zehnte Antrag, den die Döblinger Grünen zum Thema Parkpickerl einreichen. In der Vergangenheit hat nur die SPÖ die Anträge mitgetragen.

Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) nennt den Vorschlag jedenfalls "keine Lösung für Döbling". Das Problem würde sich dadurch nur verschieben. Die ÖVP werde also einen eigenen Antrag einbringen: Der Bezirk möge sich eine gesamtheitliche Lösung überlegen.

Noch gibt Juraj Necpal die Hoffnung also nicht auf, dass auch Döbling ein Pickerl erhalten könnte – oder zumindest ein Teil des Bezirks.