Digitale Schule: Ein K(l)ick in die Zukunft
Sie soll das Schlüsselprojekt für Wiens digitale Zukunft sein: Mit der geplanten „Vienna Digital School“, einer neuen IT-HTL samt Fachschule, wollen die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer Wien den wachsenden Bedarf an Fachkräften im Bereich Technologie besser abdecken können.
Diese Bildungseinrichtung ist eines von insgesamt elf sogenannten Leuchtturmprojekten, die Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Präsident der Wirtschaftskammer Wien (WKW) Walter Ruck am Dienstag im Rahmen einer gemeinsamen Zukunftsvereinbarung präsentierten.
Vereinbarung als Fahrplan
Die Vereinbarung soll als Fahrplan für die Zusammenarbeit der kommenden fünf Jahre dienen und konkrete Vorhaben in den Bereichen Technologie, Ausbildung und Stadtentwicklung festschreiben. „Der Erfolg Wiens beruht auf Innovation, Zusammenhalt und einer starken Partnerschaft zwischen Stadt und Wirtschaft“, betonte Ludwig bei der Präsentation. Mit der Vereinbarung würden „konkrete Projekte umgesetzt, die den Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.“
Die Vienna Digital School gilt als eines der ersten Vorhaben. Geplant ist sie am Wienerberg, das erste Schuljahr wird 2029 starten. Die Schule soll über 600 Schüler aufnehmen und jährlich etwa 100 Absolventen hervorbringen. Ziel sei es, jungen Menschen neue Chancen in digitalen Zukunftsberufen zu ermöglichen. „Jedes Jahr werden sich daraus Fachkräfte entwickeln, die der Standort Wien und die Wiener Industrie dringend benötigen“, so Ruck.
Wirtschaft mit Nachbarn
Neben Bildung soll auch der Programmpunkt „Wien als Metropolenregion“ laut Ruck bald in Angriff genommen werden. Dabei soll die Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerstädten in den Nachbarländern intensiviert werden. Wien soll sich gemeinsam mit Wirtschaftsstandorten wie Budapest als innovationsstarker Wirtschaftsraum positionieren.
Ruck sprach von einem enormen Potenzial: „Wenn man diese Städte gemeinsam betrachtet, entsteht ein Wirtschaftsraum, der sich mit den großen europäischen Standorten messen kann.“ Ziel sei es, bestehende Kooperationen auszubauen und neue wirtschaftliche Chancen zu erschließen.
Abseits der zwei von Ludwig und Ruck besonders hervorgehobenen Projekte gibt es noch weitere Neun: Grätzl wirtschaftlich stärken, ein Wiener Robotik Labor, Künstliche Intelligenz wirtschaftlich nutzen, Unternehmensgründungen besser begleiten (siehe Artikel rechts), Wirtschaftsverkehr aus der Praxis weiterentwickeln, Lehrausbildungen in Wien stärken, Green Economy weiterentwickeln, mehr klimafitte Räume und die Zusammenarbeit mit Unternehmen besser konzipieren.
Finanzierung noch unklar
Wie die elf Projekte der Zukunftsvereinbarung finanziell abgedeckt werden sollen, ist noch unklar. Laut dem Büro des Bürgermeisters sollen die „entsprechenden Finanzierungs- und Budgetansätze innerhalb eines angemessenen Zeithorizontes präsentiert werden“. Auch zu den Kosten der neuen Vienna Digital School gab es keine Informationen.
Die Vereinbarung baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen Stadt und WKW auf, mittlerweile ist es die Dritte in dieser Form. Die letzten Zukunftsvereinbarungen wurden 2018 und 2022 von Ludwig und Ruck präsentiert. Mit der Nächsten könnte man wieder in vier Jahren rechnen.
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