Die Hintergründe für Pubers Rückkehr

Puber…
Foto: /Ho Gallery "Ho! Puber" für die Ausstellung gesprayt

31-jähriger Schweizer Sprayer dürfte schon seit Monaten wieder in Wien aktiv sein.


Der berühmt-berüchtigte Graffiti-Sprayer "Puber" ist zurück. Dienstag Früh wurde der Schweizer mit brasilianischen Wurzeln, wie berichtet, in Wien-Margareten festgenommen. Der Vorwurf lautet Verdacht auf Fahrraddiebstahl und Sachbeschädigung. Renato S. (31) droht damit neuerlich eine Haftstrafe. S. dürfte mit zwei weiteren Männern dabei gewesen sein, eine Lärmschutzwand der ÖBB in Favoriten zu besprayen. Bei S. fand man Spraydosen.

Die Rückkehr von Puber könnte mit einer (mittlerweile beendeten) Ausstellung seiner Werke in der Wiener Ho-Gallery zusammenhängen, bei der Eröffnung war S. persönlich anwesend. Offenbar hatte er dafür eigens eine Wand im Stadtpark mit dem Schriftzug "Ho! Puber" besprüht, wie Bilder zeigen. Die Ausstellung schien ein gutes Geschäft gewesen zu sein, "Puber"-Kaffeehäferl sollen ein Renner gewesen sein. Bilder wurden um bis zu 1500 Euro verkauft. Am Dienstag war Martin Ho für eine KURIER-Anfrage nicht erreichbar.

"Herr Puber" beim Prozess

PROZESS GEGEN SCHWEIZER SPRAYER "PUBER" IN WIEN Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Renato S. beim Prozess So viel Aufmerksamkeit könnte zu Pubers Comeback geführt haben. Schon früher wurde der Sprayer stets aktiv, wenn über ihn berichtet wurde. 2014 wurde der vom Richter auch als "Herr Puber" angesprochene Sprayer in einem langwierigen Prozess zu 14 Monaten teilbedingter Haft verurteilt.

In den vergangenen Wochen tauchten wieder Puber-Schriftzüge in der Stadt auf. Die Polizei will nun prüfen, ob diese in Zusammenhang mit Renato S. stehen.

Dem Schweizer passierte dabei kürzlich ein Fauxpax: Im damaligen Prozess erklärte er, nur für die Schriftzüge mit "PUBeR" (mit kleinem "e") verantwortlich zu sein und nicht für andere wie "PUBER". In einer Züricher Bar wurde er von einem Restaurantbesitzer gebeten, seinen Schriftzug zu hinterlassen – dabei soll er mit "PUBER" (mit großem "E") unterschrieben haben. War Renato S. also doch für die anderen Tags verantwortlich?

Puber und MTS

Vieles spricht derzeit dafür, dass Puber nie weg war. Seit dem Vorjahr sorgen nämlich die Schriftzüge MTS, die für "Menace To Society" (Bedrohung der Gesellschaft) stehen, für Aufregung in der Graffitiszene. Diese sind ähnlich oft zu sehen, wie einst die Puber-Tags. Zuletzt wurden mehrere Videos veröffentlicht, in denen ein Sprayer, der aussieht wie Renato S., einen Zusammenhang zwischen MTS und Puber herstellt.

Zunächst dachten viele, es handelt sich um einen Nachahmer. Da aber authentische Videos der beiden zusammengeschnitten sind, spricht doch einiges dafür, dass Puber und MTS ein und die selbe Person sein könnten. Bei der Polizei wusste man bisher nichts davon. Nun werden Zusammenhänge geprüft.

(kurier) Erstellt am
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