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Chronik Wien
09/17/2012

Der Wettstreit um die Automieter

Carsharing boomt. 500 Smarts von Car2go flitzen bereits durch Wien. Jetzt steht neue Konkurrenz auf der Straße. Ein Test.

von Elias Natmessnig

Sie sind klein, grün-weiß und die ersten Herausforderer von Car2go. Seit einigen Wochen be­reichern Fiat-500-Flitzer von Carsharing.at das Stadtbild. Verkehrsstadt­rätin Maria Vassilakou (G) stellt dafür eigens reservierte Parkplätze zur Verfügung. 24 Stellplätze wurden in den Bezirken 3, 7, 8 und 18 – zum Leidwesen vieler Anrainer – bereits reserviert, bald soll es 40 Parkplätze geben. Der KURIER hat beide Angebote getestet.

Anmeldung

Für beide Sys­teme muss man sich online registrieren und Führerschein- und Bankdaten angeben. Carsharing.at schickt die Zugangskarte per Post, bei Car2go muss man sie persönlich abholen und bekommt eine kurze Einschulung.

Einen Smart zu mieten, ist einfach. Die Karte an das Modul an der Windschutzscheibe halten, wenige Sekunden später springt die Tür auf. Man kann das Auto auch via App oder Website reservieren, muss aber nicht.

Anders bei Carsharing.at. Hier muss man reservieren, spontan einsteigen und losfahren geht nicht. Das Auto kann auch via App reserviert werden, bis man losstarten kann, vergehen aber mindestens fünf Minuten. Weiteres Minus: Das Auto muss wieder am selben Platz geparkt werden, die Smarts von Car2go können hingegen im Geschäftsgebiet auf jedem regulären Parkplatz abgestellt werden.

Fahrgefühl

Im Vergleich zum Smart wirkt der Innenraum des Fiat hochwertiger, der Wagen liegt satter auf der Straße, das subjektive Sicherheitsgefühl ist besser. Großer Pluspunkt in der Stadt: Die Servolenkung, auf die man im Smart verzichten muss. Dafür fehlt im Fiat ein Navi.

Kosten

Bei den Kosten gibt es eine echte Überraschung, ist doch der Smart eher als City-Flitzer gedacht, der Fiat 500 hingegen auch für weitere Ausflüge. Doch bei einer kurzen Fahrt in der Stadt ist der Fiat günstiger. Eine Fahrt über 12 Kilometer in einer Stunde – etwa um etwas abzuholen – kostet mit dem Smart pauschal 12,90 Euro für die Stunde. Für den Fiat zahlt man hingegen für dieselbe Zeit und Kilometer­anzahl nur 8,99 Euro.

Sonntagsausflug

Umgekehrt ist es bei Ausflügen ins Umland. Hier ist der Smart deutlich günstiger als der Fiat, weil keine Kilometer verrechnet werden. Ein Sonntagsausflug von Wien nach Dürnstein in der Wachau kostet dank der Tagespauschale von Car2go derzeit nur 39 Euro. Fährt man mit Carsharing.at, sind es 93,9 Euro. Mittlerweile hat Car2go aber darauf reagiert: Ab 1. Oktober beträgt die Tagespauschale 59 Euro – immer noch günstiger als die Konkurrenz.

Preislich im Mittelfeld liegen Mietwagen. So kostet etwa bei Sixt ein Opel Corsa für 24 Stunden mit unbegrenzten Kilometern 69,98 Euro. Der Wagen muss allerdings von einem fixen Standort abgeholt und wieder zurückgebracht werden.

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