Demonstranten störten eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt.

© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien

Demonstranten bei Vorlesung des FPÖ-nahen Historikers Höbelt: "Nazis raus"

Linke Aktivisten störten Vorlesung: ÖH Uni Wien unterstützt Aktion und fordert Entlassung des außerordentlichen Professors.

11/20/2019, 04:15 PM

Linke Aktivisten haben am Dienstagabend eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Uni Wien gestört und "Nazis raus" skandiert. Anlass der Protestaktion ist ein Vortrag, den der außerordentliche Professor und FPÖ-nahen Historiker bei der umstrittenen "Herbstakademie" des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark halten soll. Die FPÖ fordert nun Konsequenzen für die Aktivisten.

Diese hielten im Hörsaal ein Banner hoch mit der Aufschrift "Kein Raum für Nazis an der Uni". Es wurden auch Zettel mit einer Auflistung von umstrittenen politischen Aktivitäten Höbelts verteilt, der etwa Beiträge für die vom Dokumentationsarchiv des Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestufte Zeitschrift "Aula" verfasst hat. Von der HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Uni Wien wird die nur wenige Minuten dauernde Aktion unterstützt.

Die Uni Wien höre den Studierenden und der ÖH oft nicht zu. Sie müssten ihren Protest daher medienwirksam gestalten, betonte Zissi Fritsche (GRAS) vom Vorsitzteam gegenüber der APA. Organisiert habe man die Aktion allerdings nicht. Die ÖH Uni Wien ortet bei Höbelt, der derzeit in der FPÖ-Historikerkommission mitarbeitet, "Nähe zur extremen Rechten". Von der Uni Wien fordert die ÖH deshalb, den Historiker zu entlassen.

Im Rektorat betont man auf APA-Anfrage, dass Rassismus, Sexismus und Diskriminierung jeder Art an der Uni Wien keinen Platz habe. Aber: "Meinungsfreiheit ist ein hoher Wert für den akademischen Diskurs", so eine Sprecherin. Alle Uni-Angehörigen seien aufgefordert, für demokratische Grundwerte einzutreten und zum respektvollen Miteinander beizutragen.

"Konsequenzen"

Auch die FPÖ richtet unterdessen Forderungen an das Rektorat. Bundesparteiobmann Norbert Hofer verlangte in einer Aussendung, dass die Uni-Leitung die Störaktion verurteilen und Konsequenzen für die beteiligten Studenten setzen müsse. "Die linken Krawallmacher, die mit ihrem totalitären Gedankengut gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, müssen in die Schranken gewiesen werden." Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS), die Studentenorganisation der FPÖ, sieht sogar eine "Welle der Intoleranz und geistigen Brandstiftung" aus Deutschland nach Österreich überschwappen und stellte die Frage, ob akademische Lehre künftig nur noch mit Polizeischutz möglich sein werde.

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