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Chronik Wien
11/22/2021

Das WUK wird ins 21. Jahrhundert saniert

Das Kulturzentrum in der Währinger Straße wird bis 2024 umfassend modernisiert. Die Basis bezahlt die Stadt.

von Andreas Puschautz

Noch ist im Werkstätten- und Kulturhaus WUK in der Währinger Straße nicht viel von den Bauarbeiten zu sehen. An der Rückseite des Komplexes sind am Freitagvormittag zwei Arbeiter damit beschäftigt, die ersten der alten Industriefenster der im Souterrain gelegenen Holzwerkstätte auszutauschen.

Doch die Arbeiten haben soeben erst begonnen. Bis Frühling 2024 wird das beliebte alternative Kulturzentrum – Jahr für Jahr besuchen und nutzen rund 200.000 Menschen das WUK – Trakt für Trakt umfassend saniert.

Dazu kommen Brandschutzmaßnahmen und der Einbau von zwei Aufzügen, um zumindest Teile des 160 Jahre alten, denkmalgeschützten Komplexes künftig barrierefrei zu gestalten. „Das Gebäude wird von der Technikseite her vom 19. ins 21. Jahrhundert geholt“, sagt Geschäftsleiter Vincent Abbrederis.

Auffassungsunterschiede

Den größten Teil der Arbeiten bezahlt die Stadt, 22,38 Millionen Euro wurden dafür zur Verfügung gestellt. Eine ordentliche Summe, und doch reicht sie eigentlich nicht. „Die Stadt will das Notwendigste investieren, wir als Nutzerinnen würden gerne eine optimale Situation für kommende Generationen schaffen“, sagt Abbrederis. Insgesamt sei es „ein feines Zusammenarbeiten“, doch: „Da gehen die Ansprüche teilweise auseinander.“

Erschwerend kommt die angespannte Situation im Bausektor hinzu. Aufgrund der großen Nachfrage sei es etwa schwierig, Preise für die einzelnen Gewerke zu bekommen, die vor der Krise üblich waren. „Anfänglich gab es viel mehr Optimismus, was man alles machen kann“, erzählt Abbrederis.

Um den eigenen Ansprüchen zu genügen, legt das WUK selbst noch einmal rund zehn Prozent der Fördersumme drauf. Damit sollen eine Fotovoltaik-Anlage, ein dritter Aufzug, eine neue Lüftung für den Konzertsaal und die komplette Neuverkabelung der IT finanziert werden. Dazu kommen noch kleinere Begrünungen, aber auch die Innenausstattung der Räume, etwa die Beleuchtung.

 

Spendenaufruf

Teils wird dafür auf Rücklagen zurückgegriffen, teils beteiligen sich die rund 160 Initiativen und Einzelpersonen, die das WUK nutzen. Und nicht zuletzt hofft man wieder auf die Spendenbereitschaft der treuen Fanbase, die bereits 2019 half, das wegen Sicherheitsbedenken drohende Aus für Konzerte in letzter Minute abzuwenden.

Die erste, am Wochenende unter wuk.at/spenden gestartete Kampagne bittet etwa um Unterstützung für die knapp 100.000 Euro, die alleine der Umzug der Ateliers und Werkstätten in Ersatzquartiere kostet.

Ist dieser erste Teil der Arbeiten der intern aufwendigste, weil rund 60 Prozent der Nutzerinnen vorübergehend ausziehen müssen, wird es für das externe Publikum im Jahr 2023 zu den größten Einschränkungen kommen. Dann wird als letztes der Trakt saniert, in dem sich unter anderem der Konzertsaal und die Kunsthalle Exnergasse befinden.

Ursprünge

Das Gebäude wurde 1855 als Lokomotivfabrik errichtet. Von 1884 bis 1980 war am Areal das technologische Gewerbemuseum untergebracht.

Besetzung

1981 wurde das vorübergehend leer stehende Gelände besetzt, kurz darauf erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Leopold Gratz (SPÖ).

Mietvertrag

2020 einigte man sich mit der Stadt nach einigem Hin und Her darauf, künftig 360.000 Euro  Jahresmiete zu zahlen. Im Gegen-zug stellte diese  das Geld für die Sanierung bereit.

Im Jahr darauf soll umso größer gefeiert werden. Gilt es doch auch, das diesjährige, von der Pandemie überdeckte 40-Jahr-Jubiläum nachzuholen. Aber auch 43 Jahre sind ein guter Grund zu feiern. Erst recht mit einem neuen Dach über dem Kopf. 

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