Chronik | Wien
23.06.2017

Das letzte Donauinselfest des Langzeit-Bürgermeisters

Unterwegs mit Häupl auf seiner (vermeintlichen) Abschiedstour über die Donauinsel.

Ein schattiges Plätzchen war am Freitagnachmittag auf der Donauinsel nur schwer zu finden. Bei brütender Hitze startete die diesjährige Auflage des von der Wiener SPÖ veranstalteten Gratis-Events.

Seine Schatten voraus wirft aber schon der Wahlkampf. Da ist es nur selbstverständlich, dass sich am Samstag Bundeskanzler Christian Kern unter die Tausenden Besucher mischt.

800.000 Besucher am ersten Tag

Bürgermeister Michael Häupl absolviert bereits an diesem schwülen Freitagnachmittag seinen traditionellen Rundgang über die Party-Insel, schüttelt unzählige Hände, posiert gut aufgelegt für Selfies. " Wahlkampf? Wir sind immer im Wahlkampf, natürlich auch beim Donauinselfest", scherzt er.

Für ihn ist es der 23. und letzte Auftritt als Bürgermeister auf der Insel. Denn nach der Nationalratswahl wird er sich aus der Politik zurückziehen. Eventuell vorhandene Sentimentalitäten lässt er sich aber nicht anmerken:"Ich war schon vor meiner Zeit als Bürgermeister am Donauinselfest, ich werde es auch danach sein."

Der Spaziergang über die "Arbeitswelt-Insel" ist ein Heimspiel für Häupl. Dicht an dicht reihen sich hier die Zelte der roten Gewerkschafter und der stadteigenen Betriebe wie der MA 48 oder der Feuerwehr. Statt lästiger politischer Debatten gibt es nur freundliches Geplauder. Bei Wien Kanal wartet dann der obligate Spritzer auf den Bürgermeister. Die bereitgestellten Käsekrainer lässt er dafür dankend stehen.

Der erste Tag am Donauinselfest

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Entspannung bei schwülem Wetter, bevor es so richtig los ging.

Tausende Besucher vor der Ö3-Bühne

Der Spanier Álvaro Soler begeisterte seine Fans

Sauber und super

Für Ulli Sima, stets in Häupls Schlepptau, ist hier ebenso ein Heimspiel. "Schau, die Dame in Gelb ist unsere Umweltstadträtin", macht ein Mitarbeiter seine kleine Tochter aufmerksam. "Sie schaut darauf, dass Wien sauber und super ist." Die Dame in Gelb verschwindet dann mit Häupl im "Mistwagen-Kino" – ein für Filmvorführungen umgebauter Müllwagen, in dem diesmal ein fünfminütiger Streifen über Biotonnen gezeigt wird. Häupl gibt sich durchaus angetan, "nur der zweite Teil war nicht so gut, da ging es um Rapid".

Auf die Besucher des Donauinselfests wartet heute, Samstag, das Highlight – ein Tribute zu Ehren Falcos, der heuer 60 Jahre alt geworden wäre. Internationale Künstler singen dabei ab 22.20 Uhr auf der Hauptbühne Falco-Songs. Dabei sind unter anderem: Fettes Brot mit "Vienna Calling", Schauspieler Johannes Krisch ("Titanic"), Gianna Nannini & Julian Le Play ("Junge Römer"). Die FM4-Bühne beehrt die schwedische Band Mando Diao und auf der Schlagerbühne geben sich Hansi Hinterseer und Jazz Gitti ein Stelldichein.