© EIGENSINN by Sigrid Mayer

Chronik Wien
08/29/2021

Dank „Meidlinger L“ zur Klima-Oase im Grätzel

Anrainer-Initiative will Untermeidling mithilfe eines innovativen Begrünungssystem kühlen.

von Agnes Preusser

2.800 Arbeitsstunden hat Sigrid Mayer bisher in das Projekt „Mei Meidling“ gesteckt. Freiwillig – und ohne Entgelt. Die Architektin hat die Initiative während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 ins Leben gerufen. Das Ziel: Den Hitze-Hotspot Untermeidling lebenswerter und kühler zu machen.

Sie sei immer noch voller Elan dabei, auch wenn sie in den vergangenen Monaten das meistgenutzte Wort der Wiener kennengelernt habe. „Es hat zwar auch vier Buchstaben, ist aber nicht Oida, sondern Aber“, sagt Mayer. Bei jeder neuen Idee kämen zuerst immer Einwände und Bedenken.

Büro für alle im Freien

Trotzdem sei bereits viel passiert. Zum Beispiel wurde in der Rosaliagasse ein für jeden kostenlos nutzbares Büro im Freien realisiert. Besprechungstische und Bänke stehen bereit. Demnächst wird auch ein Solar-Paneel installiert, damit man hier auch Laptop und Co aufladen kann.

Herzensprojekt von Mayer ist aber das „Meidlinger L“. Entwickelt wurde ein eigenes Begrünungssystem, das Privatbesitz und öffentlichen Raum miteinbezieht. Der eine Schenkel des „L“s wäre dabei die Vertikalbegrünung an der Häuserfassade, der andere grüne Schenkel wäre am Gehsteig.

Mayer hat dafür eine eigene Konstruktion entworfen. Ein Rankregal, das für die Bewohner einen entscheidenden Vorteil hat: Man könnte mit einfachen Modulen kleine Balkone daran befestigen. Von einer tatsächlichen Realisierung ist man zwar noch weit entfernt, aber einen ersten Erfolg kann Mayer bereits vermelden: Ein eingereichter Forschungsantrag wurde nun bewilligt.

Mit einem Experten-Konsortium sollen jetzt innerhalb des nächsten Jahres Details erarbeitet werden. Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur, den Magistratsabteilungen für Stadtplanung und Umweltschutz sowie Spezialisten für Bauwerksbegrünung werden die Rahmenbedingungen rund um die Themenbereiche Finanzierung, Baurecht und Begrünungstechnologie ausgelotet.

Auch im Bezirk stößt das Projekt auf Begeisterung. „Wir werden versuchen, diese großartige Vision umzusetzen“, sagt Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ). Ein kleines „Aber“ gibt es aber auch hier. Eine Realisierung ginge nur dann, wenn die Anrainer und Hauseigentümer an Bord sind. „Man kann den Menschen so etwas ja nicht einfach auf’s Aug’ drücken.“

Hohes Interesse

Das Interesse an „Mei Meidling“ ist jedenfalls groß, sagt Mayer. Sie hätte schon 3.500 Zugriffe auf der Website www.meimeidling.wien generiert – was angesichts der 2.500 Menschen, die im Einzugsgebiet wohnen, wirklich viel ist. Mittlerweile arbeiten schon drei Generationen am Projekt mit. Oder, wie Mayer es ausdrückt: „Schüler, Pensionisten und alles, was dazwischen ist“.

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