StR. Michael Ludwig und Chef Wiener Wohnen Josef Neumayer bei Mediengespräch am 11.11.2011 in 1, Bartensteingasse 9

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Affäre
06/07/2013

Causa Wiener Wohnen: "Vorwürfe sind haltlos und absurd"

Direktor Neumayer setzt sich nach Anzeige wegen angeblicher Begünstigungen zur Wehr.

von Josef Gebhard

Haltlos und absurd“ – so bezeichnet Wiener-Wohnen-Chef Josef Neumayer die Vorwürfe, die in einer anonymen Anzeige gegen ihn erhoben werden. Demnach soll der Direktor ein verwandtschaftliches Naheverhältnis zu Handwerkerfirmen haben, die für Wiener Wohnen arbeiten (der KURIER berichtete). „Das ist unwahr“, betont Neumayer.

Zudem soll er Ausschreibungen verzögert haben, um Firmen, die bereits für Wiener Wohnen arbeiten zu bevorzugen. Auch das sei aus der Luft gegriffen, stellt der Direktor klar: „Zu den Verzögerungen kam es durch Einsprüche von unterlegenen Konkurrenzfirmen.“

Neumayer ortet hinter den „Verleumdungen eine Retourkutsche“ aus Kreisen, „denen ich zuletzt auf die Zehen gestiegen bin“. Denn er habe bei seinem Amtsantritt 2011 von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) den klaren Auftrag erhalten, die Gemeindebau-Verwaltung zu reformieren und Netzwerke von Baufirmen stärker zu kontrollieren.

Dabei stieß man zuletzt auf ein Geflecht rund um einen Malerbetrieb samt Subfirmen, die über Jahre hinweg überhöhte Rechnungen für mangelhafte Arbeiten geschrieben hatten.

Repressionen

„Seit den verstärkten Kontrollen gibt es zunehmende Repressionen“, schildert Neumayer. Neben der Anzeige gegen ihn gab es weitere gegen drei Mitarbeiter von Wiener Wohnen. Auch darin geht es um den Vorwurf von Unregelmäßigkeiten bei Vergaben. „Ich bin sicher, dass noch weitere Anzeigen folgen werden“, sagt Neumayer.

Hinzu kommen Drohungen gegen Mitarbeiter von Wiener Wohnen: „Die Vorfälle wurden der Polizei angezeigt.“ Worum es bei den Drohungen im Detail ging, will Neumayer mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht konkretisieren.

Die Vorwürfe gegen seine Person habe man jedenfalls an die Staatsanwaltschaft geschickt. Mittlerweile wurden sie an die Korruptionsstaatsanwaltschaft weitergeleitet. „Es gibt aber noch keine Ermittlungen“, sagt ein Sprecher.

Neumayer will sich seinerseits mit allen rechtlichen Möglichkeiten zur Wehr setzen. „Schließlich schädigen die Vorwürfe auch meine Familie und die Mitarbeiter von Wiener Wohnen.“

Treffsicherheit

Er kann den Anzeigen aber auch einen positiven Aspekt abgewinnen: „Sie zeigen, dass unsere Maßnahmen eine gewisse Treffsicherheit haben.“

Wohnbaustadtrat Ludwig sichert dem Direktor seine Unterstützung zu. Gleichzeitig sei es wichtig, dass die Vorwürfe umfassend aufgeklärt würden.