Chronik | Wien
22.11.2017

Carsharing-Boom in Wien: 200 Leihwagen mehr

DriveNow stockt die Wiener Flotte auf. Carsharing-Anbieter sehen Raum für weiteres Wachstum.

Spontan entlehnbare Autos kann es in Wien nicht genug geben – zumindest wenn es nach den hier aktiven Carsharing-Anbietern geht. Ab Mittwochmittag stehen Carsharing-Fans 200 Leihautos mehr zur Verfügung: DriveNow hat seine Flotte um 150 BMW und 50 Mini auf insgesamt 700 Stück aufgestockt.

Der Ausbau soll die Wege der Nutzer zu den Fahrzeugen verkürzen und sicherstellen, dass genug Pkw für den wachsenden Kundenstamm bereit stehen. DriveNow hat aktuell 88.000 Kunden. Das Geschäftsgebiet ist 101 Quadratkilometer groß – und soll es auch bleiben. Denn DriveNow will seinen Aktivitäts-Radius – anders als bei der Flotten-Erweiterung im Herbst 2016 – nicht ausdehnen. Wachsen soll aber die Zahl der angebotenen E-Autos. DriveNow-Geschäftsführer Robert Kahr will die derzeit 20 Stück aufstocken, sobald die Stadt mehr öffentliche E-Tankstellen geschaffen hat. Kahr: "Wir hoffen, dass es 2018 soweit ist."

Völlig neu, nämlich dynamisch, werden ab sofort die Preise für die Langzeit-Nutzung berechnet. Stundenpakete werden zu Zeiten geringer Auslastung nun günstiger angeboten. Eine Drei-Stunden-Fahrt ist ab 29, statt bisher 32 Euro, zu haben. DriveNow und sein Konkurrent Car2Go bieten nun insgesamt 1400 Fahrzeuge nach dem stationslosen Freefloating-Prinzip ( Autos können in gewissen Geschäftsgebieten abgestellt werden) an. Dazu kommen ab 10. Dezember 25 Rail-&-Drive-Fahrzeuge (gehören der ÖBB) und bis Frühjahr 70 Leihwagen von Stadtauto, die an fixen Stationen entlehnt werden. Eng werde es nicht, glaubt Kahr: " Wien ist eine wachsende Stadt, wir sehen noch großes Potenzial."

Luft nach oben

Das Freefloating sei das Prinzip, das den Kunden am meisten entspreche. "Die Leute wollen nicht an einen Parkplatz zurück fahren." Car2Go-Geschäftsführer Alexander Hovorka teilt die Einschätzung: "Trotz des stetigen Wachstums stehen wir in Wien noch am Anfang und sehen großes Potenzial." Trends wie Urbanisierung und Digitalisierung würden für Freefloating-Carsharing sprechen.

Einen erbitterten Kampf um Kunden fürchtet man auch bei Rail & Drive nicht. "Wir sprechen eine andere Zielgruppe an: Bahnkunden, die die letzte Meile an ihr Ziel mit dem Pkw zurücklegen", sagt eine Sprecherin. Rail & Drive bietet österreichweit künftig 150 Autos an 16 Bahnhöfen an – in Wien am West- und Hauptbahnhof.