Café Florianihof in der Josefstadt schließt endgültig
Jugendstil-Interieur und Kaffeehaus-Flair im 70 Jahre alten Café Florianihof.
70 Jahre Kaffeehausgeschichte enden vorerst: Der Florianihof in der Florianigasse 45 muss nun doch dauerhaft schließen. Betreiber Jendrik Lowens wollte ursprünglich trotz Insolvenz weitermachen, wie der dem KURIER damals schilderte.
Über die Betreiberfirma SLS Gastro GmbH wurde im März ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das ist nun jedoch gescheitert. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) sind rund 30 Gläubiger betroffen.
Das Traditionscafé bleibt daher ab Montag, dem 20. April, geschlossen, wie Lowens auf KURIER-Anfrage erklärt: „Ich habe bis zum Schluss versucht, eine Lösung zu finden. Leider haben nicht alle Gläubiger dem Sanierungsverfahren zugestimmt.“ Betroffen sind von der Schließung sechs Mitarbeiter.
Besonders traurig sei, dass das Geschäft gerade wieder anlaufe. „Wir waren letztes Wochenende voll und sind auch dieses Wochenende mehrfach ausreserviert“, schildert Lowens. Für diejenigen, die noch ein letztes Mal vorbeikommen möchten, finde sich jedoch noch ein Platz.
Droht der nächste Leerstand?
Wie es mit dem Kaffeehaus weitergehen soll, ist ungewiss. Ebenso, ob sich erneut ein Gastronom findet, der sich an den Weiterbetrieb traut.
Das Kaffeehaus mit Jugendstil-Interieur besteht seit 70 Jahren, doch vor allem die letzten drei Jahre waren turbulent. Es wurde immer wieder geschlossen, aber auch wieder neu eröffnet.
Das Café Florianihof in der Wiener Josefstadt schließt.
Übernommen hat zuletzt Lowens mit „Karma Ramen“-Chef Boris Strelnikov als Teilhaber. Im Juli 2025 eröffneten sie das Café neu. Nur rund neun Monate später muss jedoch auch er endgültig zusperren.
Das ständige Auf- und Zusperren habe es ihnen schwer gemacht, eine Stammkundschaft aufzubauen. Zu befürchten ist, dass das Café erneut längere Zeit leer bleiben wird.
Im Jahr 2023 wurde das Café geschlossen, weil das Josefstädter Amtshaus übersiedelte und damit standesamtliche Hochzeiten und andere Feiern wegbrachen. Ende 2023 versuchen Simon Schubert und Julian Lechner vom Gasthaus Reznicek die Wiederbelebung. Zuerst als klassisches Kaffeehaus, dann als Abendlokal, doch nach einem Jahr erklärte man das Projekt für beendet.
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