© Kurier/Gerhard Deutsch

Chronik | Wien
03/19/2019

Buslinien 56A und 56B sollen ab Sommer zum ORF-Zentrum fahren

Einem ORF-Betriebsbus, wie ihn Hietzings Bezirksvorsteherin fordert, erteilt ORF-Standortmanager Strobl eine Absage.

Spätestens 2023 sollen alle Standorte des ORF am Küniglberg in Hietzing zusammengefasst sein. 3000 Personen werden dann dort arbeiten, um 1000 mehr als bisher.

Weil der Parkplatzdruck dort schon jetzt groß ist (300 ORF-Mitarbeiter parken rund um das Zentrum, Anm.), wurde den Mitarbeitern – der KURIER berichtete – die Parkberechtigung gekündigt. Für einen Parkplatz müssen sich diese nun bewerben – und mehr zahlen: Der Generaldirektor und die Direktoren 150 Euro, die Geschäftsführer der Tochterfirmen 120 Euro, alle anderen Mitarbeiter zwischen 20 und 100 Euro – „sozial gestaffelt“, sagt Standort-Manager Pius Strobl.

Am Küniglberg gärt es deshalb und der Bezirk fürchtet nun, dass sich die ohnehin schon angespannte Parkplatzsituation rund um die Würzburggasse weiter verschärfen wird.

Schicht und Show

„Der ORF ist hier gefordert. Sein Parkplatz-Konzept ist völlig ungenügend“, sagt Hietzings Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP). Sie fordert nun, dass zumindest die Einführung eines Betriebs- bzw. „Werksverkehrs“ vom ORF geprüft wird, das Bezirksparlament hat einen entsprechenden Antrag mehrheitlich beschlossen. Konkret soll die Strecke vom Bahnhof Meidling über das ORF-Zentrum zur Kennedybrücke bei der Station Hietzing fahren. Die ehemalige Haltestelle der Linie 260 auf der Kennedybrücke soll dafür genutzt werden.

Der Fahrplan soll sich außerdem am Schichtdienst der ORF-Mitarbeiter und an den Veranstaltungen mit Publikum – wie etwa Dancing Stars – orientieren. Einem Betriebsbus – wie es ihn derzeit vom Bahnhof Heiligenstadt zu Ö3 gibt – erteilt Strobl eine Absage (der ORF darf die Haltestellen der Wiener Linien nicht benutzen, weil dadurch der Öffi-Verkehr blockiert würde, Anm.).

Ab dem Sommer wird aber der Fahrplan der Buslinien 56A und 56B so geändert, dass diese auch beim ORF-Zentrum in der Würzburggasse halten werden. „Das ist eine enorme Taktverdichtung“, sagt Strobl. Details soll es laut den Wiener Linien in den nächsten Wochen geben.

Parkpickerl

An der bisherigen Entscheidung des Bezirks zur Parkraumbewirtschaftung (die Bewohner sprachen sich einer Umfrage dagegen aus, Anm.) soll sich vorerst nichts ändern: „Irgendwann muss man sich das vielleicht noch einmal ansehen“, sagt Kobald. Punktuelle „Insellösungen“, in denen das Parkpickerl erforderlich ist, werde es aber nicht geben.