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Chronik Wien
05/12/2022

Busfahrer-Pinkel-Posse: "Die WC-Tür ist nicht zugeschlagen"

Im skurrilen Toiletten-Streit sind die Wiener Linien um Lösung bemüht.

von Josef Gebhard

Immer mehr neue Facetten gewinnt die Posse um jene WC-Anlage der Wiener Linien auf dem Reumannplatz, die neuerdings nicht mehr von Postbus-Lenkern benutzt werden darf.

Wie berichtet, war es den 38 Fahrern, die um Auftrag der Wiener Verkehrsbetriebe auf den Linien 68A und 68B unterwegs sind, laut einer Vereinbarung aus dem Vorjahr erlaubt, die Toilette in dem Betriebsraum mitzubenutzen. Damit ist jetzt Schluss: Seit Ende April wird ihnen von den Wiener Linien der Zutritt verwehrt.

Was letztlich das WC-Verbot ausgelöst hat, lässt sich nur mehr schwer rekonstruieren: Laut Wiener Linien habe ein Schlüsseldienst im Auftrag der Postbus-Fahrer versucht, das Schloss des Betriebsgebäudes zu tauschen. Offenbar mit dem Zweck, auch ihnen mit einem eigenen Schlüssel Zutritt zum WC zu ermöglichen. Stimmt nicht, sagt Postbus-Betriebsrats Robert Wurm. Vielmehr habe eine Postbus-Fahrerin, die sich erdreistet habe, nach dem WC-Besuch kurz den Aufenthaltsraum zu benutzen, die Wiener Linien zum Einschreiten veranlasst.

Verwirrung perfekt

Damit nicht genug der Verwirrung: Laut Wurm habe sich herausgestellt, dass auch die hauseigenen Busfahrer der Wiener Linien keinen Zugang zum WC im U-Bahn-Expedit haben.

Nur noch U-Bahn-Mitarbeiter dürften die Räumlichkeiten nutzen, beschwert sich Wurm. Schützenhilfe bekommt er von seinem Bruder Leopold, der seinerseits Betriebsrat der Wiener-Linien-Busfahrer ist.

Bei den Verkehrsbetrieben ist man ob dieser Darstellung der Betriebsräte verblüfft: Von den hauseigenen Busfahrern werde die WC-Anlage auf dem Reumannplatz schon seit 2017 nicht mehr benutzt. Als damals die U1-Verlängerung nach Süden in Betrieb ging, sei ihnen der Aufenthaltsraum der Busgarage in der Raxstraße zugewiesen worden, sagt ein Sprecher.

Was den Postbus-Fahrern Hoffnung machen könnte: Das letzte Wort in der Causa sei laut ihm noch nicht gesprochen: „Wir haben das Gespräch mit dem Betriebsrat gesucht. Es ist aber von seiner Seite nichts zurückgekommen“, betont der Sprecher. „Von unserer Seite gilt aber: „Die WC-Tür ist nicht zugeschlagen.“

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