Chronik | Wien 20.12.2011

Bühnenreife Aufregung um Bombe

© Bild: KURIER/Deutsch

Viel Lärm um nichts: Dynamit in einem Mistkübel vor der Probebühne der „neuen Oper Wien“ entpuppte sich als Theaterrequisit.

Eine abgesperrte Straße, aufgeregte Anrainer, ein Aufgebot an Polizei- und Rettungsfahrzeugen. Bombenalarm gab es Dienstagvormittag vor der Probebühne der „neuen Oper Wien“ in der Keinergasse in Wien-Landstraße. In einer Mülltonne vor dem Haus lagen gleich mehrere „Dynamitpakete“. Brisant: Nicht weit entfernt ist auch eine Moschee.

Musiker des Orchesters „Sinfonietta Feuerhaus“, die in der Probebühne gerade für ihre bevorstehende China-Tournee proben, hatten gegen 10 Uhr die Polizei alarmiert. „Wir haben eine Zigarettenpause gemacht und wollten die Stummeln in die Mülltonne werfen“, erzählten Klarinettistin Caroline Wüst und Trompeter Matthias Dockner später. In der Tonne sahen sie jedoch drei verdächtige Pakete: Jeweils drei rote Stangen, mit Klebeband umwickelt, samt herausstehenden Drähten.

Entsorgt

Die Polizei rückte an, die Straße wurde abgesperrt, die Anwohner durften ihre Häuser nicht verlassen. Ein „sachkundiges Organ“ der Polizei nahm den „Bombenfund“ in Augenschein, zugleich wurde auch der Entminungsdienst des Bundeskriminalamtes alarmiert. Nach gut einer Stunde konnte Entwarnung gegeben werden: Kein Anschlag mit einer Bombe in der Mülltonne – beim Dynamit handelte es sich um entsorgte Theaterrequisiten.

„Ich hab’ natürlich nicht gedacht, dass so etwas passiert“, sagte Liane Zaharia von der freien Musiktheatergruppe „neue Oper Wien“. In der Probebühne gibt es einen Kostüm- und Requisitenfundus. Zaharia: „Dort lagern wir alles, was wir für unsere verschiedenen Produktionen verwendet haben.“ Aus Platzmangel und weil viele Dinge nur ein Mal verwendet wurden, hatte sie in den vergangenen Tagen ausgemistet. In mehrere Säcke verpackt warf sie die ausrangierten Sachen in die Mülltonne.

Ein Sack dürfte aufgeplatzt sein: Zum Vorschein kamen die „Dynamitstangen“, in Wahrheit abgeschnittene Besenstiele. Die waren vor fünf Jahren für die Produktion „Zauberflöte 06“, aufgeführt im Museumsquartier, als Dynamit-Attrappe verwendet worden.

Erstellt am 20.12.2011