© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
10/09/2020

Bezirksvertretungswahl: Der türkise Abwehrkampf in der City

Der Streit um die Verkehrsberuhigung im Wiener Zentrum schadet Bezirkschef Markus Figl (ÖVP).

von Christoph Schwarz

Wirklich viele Wähler gibt es im 1. Bezirk nicht – etwas mehr als 11.000 Bewohner dürfen hier ihre Stimme abgeben. Und doch kommt dem Bezirk eine hohe symbolische Bedeutung zu.

Die City war stets eine konservative Trutzburg innerhalb des roten Wiens. Seit 1946 ist sie durchgehend in der Hand der ÖVP. Die einst klaren politischen Verhältnisse bröckeln aber seit vielen Jahren.

Und so muss Bezirkschef Markus Figl (ÖVP) auch diesmal um den ersten Platz zittern – ein bisschen zumindest.

2015 hieß seine gefährlichste Konkurrentin Ursula Stenzel. Die Ex-Bezirksvorsteherin war von der ÖVP zur FPÖ gewechselt und trat gegen den neuen VP-Spitzenkandidaten an. Am Sonntag versucht es Stenzel erneut.

Ihre Chancen sind gering – und doch könnte sie Figl die eine oder andere Stimme kosten – und damit der SPÖ in die Hände spielen.

2015 vor Umfärbung

Die Roten lagen 2015 nur 1,5 Prozentpunkte hinter der ÖVP. (Vor Auszählung der Wahlkarten sah es damals sogar so aus, als könne man den Bezirk umfärben.)

Dass es sich auch dieses Mal nicht ausgehen könnte, daran ist die SPÖ mitunter selbst schuld: Die Partei war zuletzt vor allem mit einem internen Konflikt beschäftigt.

Die amtierende Vize-Bezirksvorsteherin Mireille Ngosso wurde von den SPÖ-Mitgliedern überraschend nicht mehr nominiert, auf sie folgte die weitgehend unbekannte Lucia Grabetz.

Pinke Querelen

Auch die Neos fielen zuletzt vor allem mit Personalia negativ auf: Aushängeschild Gregor Raidl, Sohn von Claus Raidl, kandidiert jetzt für die ÖVP. Die Neos führt Christoph Hilscher in die Wahl.

Die Grünen rund um Heumarkt-Rebell Alexander Hirschenhauser spielen keine wirklich große Rolle.

Was könnte Markus Figl gefährlich werden? Am ehesten sein Schlingerkurs rund um das Fahrverbot.

Zuerst präsentierte er das Konzept gemeinsam mit der grünen Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, dann distanzierte er sich zunehmend. Kein Ruhmesblatt.

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