Chronik | Wien
05.12.2011

Bei Übelkeit sofort lüften und Notrufe alarmieren

Eine CO-Vergiftung beginnt mit Schwindel und Übelkeit, darauf folgt Erbrechen. Schnelles Reagieren ist wichtig.

Arnold Glatt, Arzt bei der Wiener Rettung, kennt die Symptome bei einer CO-Vergiftung: "Es beginnt mit Schwindel und Übelkeit. Dann folgt Erbrechen. Schließlich führt der Sauerstoffmangel zur Bewusstlosigkeit. Denn das Kohlenmonoxid verdrängt den Sauerstoff, die roten Blutkörperchen sind unterversorgt."

Wer es noch schafft, muss sofort alle Fenster und Türen der Wohnung öffnen, und die Geräte, die an dem Durchlauferhitzer oder der Therme hängen, abdrehen. Glatt spricht von jährlich etwa 50 Einsätzen: "Nicht alle gehen glimpflich aus. In einigen Fällen mussten die Opfer intubiert werden, damit wir ihnen Sauerstoff verabreichen konnten."

Der Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer, Josef Rejmar, warnt vor zusätzlichen Fehlern: "Viele lassen während der Hitzewelle Ventilatoren laufen. Diese Geräte nehmen den Thermen die Luft zum Atmen. Das Kohlenmonoxid wird quasi angesaugt. Gleiches gilt beim Einsatz von Klimageräten." Rejmar rät auch davon ab, ausgedehnte Vollbäder zu nehmen.

Service-Muffel

Bei der Wiener Feuerwehr rücken die Inspektionsrauchfangkehrer bei CO-Unfällen aus. Referent Andreas Feiler: "In den meisten Fällen sind die Abgasaustrittswächter defekt. Haartaft etwa verstopft die Geräte. Und hängt die Therme in der Küche, legt sich ein leichter Fettfilm über die Mechanik. Ein Mal im Jahr muss gewartet werden." Die Kosten dafür belaufen sich auf 100 bis 150 Euro.

"Die Wiener sind aber Service-Muffel. Und die Gefahr ist allgegenwärtig. Denn in der Stadt gibt es 450.000 Gasfeuerstätten", sagt Rauchfangkehrer-Chef Rejmar.

Wien Energie bietet unter 128 eine Notrufnummer an. Sprecher Martin Weichselberger: "Der Einsatz ist gratis. Schon beim leisesten Verdacht soll man uns rufen."

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