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Innere Stadt
08/29/2015

Begegnungszone Herrengasse

Die von Anrainern geplante Umgestaltung könnte bald grünes Licht bekommen.

von Anna-Maria Bauer

Erzherzöge, Grafen, Hofdamen – zu Kaisers Zeiten residierten in der Gasse zwischen Michaelerplatz und Freyung die wichtigsten Personen des Landes. Jene, die der Herrscher nahe bei sich haben wollte. Heuten hasten Passanten mit Einkaufssackerl oder Aktentasche die Gasse entlang, der Blick ist meist auf das Smartphone gerichtet; Mopedfahrer versuchen, sich an Fiakern vorbeizuquetschen. "Was ist hier passiert? Die Herrengasse wird einfach übergangen", klagt Wolfgang Spitzy. Dabei habe sie ob ihrer zentralen Lage, den Palais so viel Potenzial.

Mit seinem Verein "Herrengasse+" möchte Spitzy dieses Potenzial wecken: Die Herrengasse soll zur Begegnungszone werden. "Wir wollen, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind", sagt Spitzy.

Neue Oberflächengestaltung, breitere Gehwege, 20 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine neue Beleuchtung sollen den Abschnitt zwischen Michaelerplatz und Freyung attraktiveren. Für die Anrainerparkplätze wurde in den umliegenden Gassen Ersatz gefunden. Der Citybus und die Fiaker können die Gasse weiter auf einem Fahrstreifen benutzen.

Eigenfinanzierung

Und welche Kosten fallen für den Steuerzahler an? "Gar keine. Wir finanzieren uns das selbst", erklärt Spitzy. Wir, das sind die Anrainer der Herrengasse, denen die Aufwertung des Grätzels diese Investition wert ist. Wie hoch die Kosten genau sind, möchte Spitzy allerdings nicht sagen.

Das Angebot in den Erdgeschoßlokalen soll entsprechend angepasst werden. Statt großer Ketten liegt der Fokus auf außergewöhnlichen, österreichischen Unternehmern, wie der Zuckerlwerkstatt, die seit zwei Jahren ihre handgemachten, kunterbunten Fruchtzuckerln an Touristen und Einheimische verkauft.

Die zuständige Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) steht hinter dem Projekt: "Ich finde es großartig, wenn es Bürger gibt, die auf eigene Initiative die Stadt schöner machen. Ich hoffe sehr, dass dieses Projekt Nachahmer in der Stadt findet." Auch Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) unterstützt die Initiative grundsätzlich. Aber: "Verkehrsberuhigung ja, richtige Begegnungszone nein. Die kann es dort, wo Citybusse fahren, nicht geben", heißt es aus dem Büro der Bezirksvorsteherin.

Anfang September tagt eine Kommission. Wird das Projekt abgesegnet, könnte im Frühjahr zu bauen begonnen werden.

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