Lehrlinge von Jugend am Werk und Flüchtlinge arbeiten gemeinsam an einer Sound Machine.

© /Julia Schrenk

Jugend am Werk
08/02/2016

"Begegnung passiert durch gemeinsames Tun"

Flüchtlinge und Lehrlinge konstruieren gemeinsam eine Klangmaschine.

von Julia Schrenk

Amirhosein setzt sich auf den Sattel und tritt in die Pedale. Vor ihm sitzt Masoud auf einem Autositz und schlägt mit einem Hammer auf die Alufelgen links und rechts von ihm. Nein, die beiden Flüchtlinge müssen hier nicht überschüssige Energie loswerden, sie machen Musik. Durch das Treten der Pedale werden Klangschalen bespielt, über die Alufelgen gibt Masoud den Takt vor.

Masoud (18 Jahre, aus Afghanistan) macht bei Jugend am Werk in der Brünner Straße in Floridsdorf eine Ausbildung zum Karosseriebau-Techniker; Amirhosein (20 Jahre, aus dem Iran) eine zum Kfz-Techniker.

Seit Sommerbeginn sind die beiden auch Teil des Projekts "Sound Machine". Gemeinsam mit anderen Lehrlingen von Jugend am Werk bauen sie eine Klangmaschine – ganz nach ihren eigenen Vorstellungen.

Unterstützt werden sie dabei von Dieter Flosdorf von der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Flosdorf leitet das Projekt "Musik zum Anfassen". Bei Jugend am Werk unterstützt er die Flüchtlinge bei der Konzeption ihrer Klangmaschine. Durch das Arbeiten am Projekt vertiefen Lehrlinge und Flüchtlinge Fertigkeiten, die sie in der Ausbildung erworben haben. Gleichzeitig setzen sie sich mit Musik und Klang auseinander und setzen ihre Arbeit in einen künstlerischen Kontext.

"Begegnung passiert durch gemeinsames Tun", sagt Flosdorf. Deshalb arbeiten hier Lehrlinge, Lehrmeister, Flüchtlinge und auch Studenten zusammen. Nachdem die Klangmaschine fertiggebaut ist, komponieren die Projektteilnehmer ein Stück, das auf der Klangmaschine gespielt werden kann – und zwar gemeinsam mit Musikern, etwa von den Wiener Symphonikern. "Ein Orchester ist ja auch eine Klangmaschine", sagt Flosdorf. Anfang Oktober wird die Klangmaschine in das Flüchtlingsquartier Siemensstraße des Arbeitersamariterbundes gebracht, wo die Projektteilnehmer ein Konzert geben. Auch danach bleibt die "Sound Machine" zum Ausprobieren in der Siemensstraße. Sie soll den Flüchtlingen, die dort auf den Ausgang ihrer Asylverfahren warten, eine Möglichkeit zur musikalischen Freizeitgestaltung geben.
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