Chronik | Wien
28.07.2017

Beachvolleyball-WM: Sonnencreme, Schweiß und Spritzer in der Sandkiste

Bis 6. August wird auf der Donauinsel täglich serviert, aufgespielt und gebaggert.

Wenn die Sonne vom Himmel brennt und die Luft nach Sonnencreme riecht, dann weiß man: Es ist Zeit für Beachvolleyball.

Nach 21 Jahren in Klagenfurt findet heuer erstmals ein Beachvolleyball-Großevent auf der Wiener Donauinsel statt: Die Weltmeisterschaft. Noch bis 6. August ist das Gelände täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, wer früher kommt, hat bessere Chancen, einen Platz am Center Court zu ergattern.

Am späten Freitagvormittag wurden im Beach Village (dem 65.000 Quadratmeter großen Besucherareal neben dem Center Court) noch Hackschnitzel aufgeschüttet, der Regen der letzten Tage hat Spuren hinterlassen. Der Zuschauerandrang war zunächst beschaulich. Erst ab dem frühen Nachmittag machten sich immer mehr Menschen auf den Weg zur Donauinsel. Beim Match der Österreicher Clemens Doppler und Alexander Horst war der Center Court schon voll (einen Match-Bericht lesen Sie auf Seite 14).
Die Schwestern Olivia (23) und Victoria (25) Doschek aus Wien sind begeisterte Beachvolleyballfans und waren auch in Klagenfurt oft dabei: "Wir sind jetzt schon sehr gespannt, wie das Event in Wien sein wird", sagen sie. Herbert und Sieglinde Völkl aus der Donaustadt haben es sich am Freitagvormittag an einem kleinen Tisch bequem gemacht. "Wir wohnen gleich in der Nähe und wollten einmal schauen, was hier so los ist", erzählen sie. Das machen sie schließlich auch beim Donauinselfest so. Für den reibungslosen Ablauf des Events stehen 170 freiwillige Helfer aus 16 Nationen im Einsatz – unschwer zu erkennen an den knallorangen T-Shirts.

Dienstleister

Brigitte Hampel hilft an den Info-Ständen bei Fragen aller Art: Wer spielt wann? Wo ist das WC? Was kann ich tun, wenn ich mein Handy verloren habe? "Ich bin einfach gern eine Dienstleisterin", erzählt die 59-Jährige. Die Freizeit in der Altersteilzeit hat sie auch schon beim Songcontest vor zwei Jahren als Freiwillige verbracht. "Das war total lustig, deshalb mach’ ich das jetzt wieder", erzählt sie. Beim Songcontest hat Hampel auch Heide Danielis kennen gelernt. Die 75-Jährige war dort freiwillige Helferin und ist nun die älteste Volunteerin auf dem Beachvolleyball-Gelände. "In meiner Jugend hat man Völkerball gespielt, Beachvolleyball hab’ ich gar nicht gekannt", sagt Danielis. "Aber das macht nichts. Ich freu’ mich und bin gespannt, wie die nächsten Tage werden."

Kritik gab es am Freitag an der Organisation: Die Wege von den Stationen der U6 zum Gelände seien umständlich angeordnet und wenig beschildert gewesen.

Bilder von Tag 1

Beachvolleyball-WM auf der Donauinsel

1/6

Erste Fans am Center Court Freitagmittag...

... beim Spiel von Lena Plesiutschnig und Cornelia Rimser

Brigitte Hampel (59) ist Volunteerin - wie auch schon beim Songcontest in Wien

Im Beach Village, dem 65.000 Quadratmeter großen Areal neben dem Center Courts, gibt's Essen und Trinken und lustige Bespaßungsmöglichkeiten.

... zum Beispiel ein BossaBall-Feld

Die WM-Planen am Center Court spenden die Veranstalter an Garbarage-Upcycling-Design. Die Planen werden dann von ehemals Suchtkranken zu Taschen verarbeitet.