Baustelle Triesterstraße, Auffahrt A2, Rampe, Fahrbahnverengung,Stau

© juerg christandl

Nervenschlacht
08/31/2013

Baustellen-Sommer wird zum Staustellen-Herbst

250.000 Autos ab Montag zusätzlich in der Stadt. Viele Großbaustellen sind noch nicht fertig.

von Michael Berger

Schulstart ist gleich Stauzeit. Doch ab Montagfrüh müssen Wiens Autofahrer und Einpendler gleich über mehrere Wochen mit massiven Zeitverzögerungen rechnen. Denn viele Großbaustellen sind auf diversen Hauptverkehrsadern noch im Bau (siehe Grafik unten).

ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch prognostiziert ein Stau-Fiasko: „Mit Montag sind 250.000 Autos mehr in der Stadt. Denn neben dem Schulbeginn gehen auch Zigtausende wieder arbeiten. Alleine 70.000 motorisierte Wien-Einpendler aus Niederösterreich und dem Burgenland wollen morgens nach Wien hinein und am Abend wieder nach Hause.“

Wobei die umstrittene Fußgängerzone auf der Mariahilfer Straße als große Unbekannte gilt. Denn schon in der vergangenen Woche kollabierte zeitweise der Individualverkehr im 6. und 7. Bezirk.

Staufalle Südroute

Nerven aus Stahl brauchen Lenker, die von der Triester Straße auf die Südautobahn wollen. Denn seit 14 Tagen ist die Rampe zur A2 nur einspurig befahrbar. Dieses Nadelöhr bleibt bis Dezember aufrecht. Für Pendler aus dem südlichen Niederösterreich ein Albtraum. Warum diese hochrangige Baustelle nicht bereits zu Ferienbeginn gestartet wurde, beantwortete ASFINAG-Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla folgend: „Da die Arbeiten über vier Monate dauern, wären wir ohnehin in die Hauptverkehrszeit gekommen.“

Dass sich ASFINAG und Stadt Wien bei der Baustellenplanung 2013 nicht koordinierten, zeigt folgende Fehlplanung: Der Verteilerkreis in Wien-Favoriten gilt ebenso wie die Laxenburger Straße (ab Südtiroler Platz) als Tor in den Süden. Beide Verkehrsknoten sind – wegen Baustellen – nur mit enormer Geduld zu bewältigen. Matthias Eigl, ARBÖ-Verkehrsexperte, bringt die Situation auf den Punkt: „In den vergangenen Jahren waren 95 Prozent der Sommerbaustellen zu Schulbeginn fertig. Davon kann heuer nicht die Rede sein.“

Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou war zu keiner Stellungnahme bereit, ließ jedoch über ihr Büro ausrichten: „Das Programm wurde abgearbeitet. Wir können nicht erkennen, dass Wien das Verkehrsaufkommen nicht verkraften wird.“ Hinter den Kulissen setzen die Grünen auf Zeit. Sprecher Patrik Volf: „Wir gehen davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen beruhigt. Ich bin aber kein Orakel.“

In die Zukunft blickt auch ARBÖ-Sprecher Woitsch: „Ich appelliere an Firmen, Mitarbeiter zeitlich gestaffelt Dienstschluss machen zu lassen. So sitzen nicht Tausende zur gleichen Zeit im Pkw.“

Sonderschichten nötig

Freitagmittag wurde bekannt, dass auf mehreren Baustellen der Stadt – um den Verkehrskollaps zu verhindern – Sonderschichten eingelegt werden müssen.

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