Baustellenfrust in Währing: "Niemand kennt sich mehr aus"
Baustellen, Umleitungen und Staus: Im 18. Bezirk liegen derzeit die Nerven bei den Bewohnern blank. „Man weiß nicht mehr, wo man entlangfahren darf“, sagt Anrainerin Tanja Koneska. Sie wohnt beim Lidlberg. Seit Anfang Juni sind dort Umbauarbeiten in Gange: An der Kreuzung zwischen Gersthofer Straße, Schöffelgasse und Lidlgasse soll ein Kreisverkehr entstehen.
„Die Autos stauen sich und der Verkehr ist nicht gut geregelt“, sagt Koneska. Ihrer Meinung nach hätte der Bezirk die Anrainer besser informieren sollen. Grund für den Kreisverkehr ist eine bessere Anbindung an den Bildungscampus Gersthof mit zwei neuen Bushaltestellen für die Linien 42A und 10A.
700.000 Euro für Umbau
Laut der Währinger Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) gab es dazu im Mai eine Infoveranstaltung: „Wir haben die unmittelbaren Anrainer darüber informiert.“ Trotzdem scheint der Ärger über die Baustelle groß. Bis Ende des Sommers müssen die Währinger noch mit den Bauarbeiten leben.
„Vielleicht gibt es in den kommenden Tagen noch eine Adaption der Baustelle“, so Nossek. Die Kosten dafür werden von den Bezirken Währing und Hernals getragen. „Wir rechnen mit rund 700.000 Euro“, sagt die Währinger Bezirksvorsteherin.
Der laute Aumannplatz
Das ist derzeit aber nicht die einzige Großbaustelle im 18. Bezirk. Ein paar Straßen weiter hören es die Anrainer rund um den Aumannplatz hämmern, bohren oder scheppern. Seit Ende April finden dort Gleisbauarbeiten der Straßenbahnlinien 40 und 41 statt. Dafür werden beide Linien umgeleitet und zwischen dem Gürtel und Gersthof fährt der Ersatzbus E41.
„Die Ausweichmöglichkeiten sind nicht gut geregelt und informiert wurde man darüber auch nicht“, sagt Anrainerin Clara. Von den Bauarbeiten habe sie durch Zufall erfahren: „Dann hab ich im Internet selber dazu recherchiert, um zu wissen, wie ich fahren kann.“ Laut Nossek gab es für diese Baustelle keine Infoveranstaltung. Informiert hätten nur die Wiener Linien, die auch die Kosten für die Gleisbauarbeiten tragen würden.
Aber nicht nur über die Umleitung des öffentlichen Verkehrs, sondern auch die der Autos wurden Anrainer nicht informiert. „Plötzlich waren überall Schilder und Einbahnen wurden umgedreht“, sagt Hossein. „Niemand kennt sich mehr aus.“ Er lebt direkt beim Aumannplatz und konnte wegen des Baustellenlärms das ganze Wochenende nicht schlafen. „Drei Nächte lang wurde an der Baustelle gearbeitet. Der Lärm war unerträglich.“
Ein weiterer Dorn im Auge: die Parkplatzsituation. Denn durch die Bauarbeiten gebe es kaum noch welche. Eine Lösung gibt es laut der Bezirksvorsteherin nicht. „Damit muss man jetzt leben“, sagt Nossek. Bis Ende Juni soll die Baustelle am Aumannplatz noch dauern. Neben den Gleisen finden auch Arbeiten an Wasser- und Gasrohrleitungen statt. Die Baustelle gilt als Auftakt für eine eventuelle Neugestaltung des Aumannplatzes
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