Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Eine Obduktion der vier Opfer wurde bereits angeordnet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannte Täter.
46-223586418

Die Haustür zum Gebäude, in dessen Innenhof am Dienstag einer der verheerendsten Arbeitsunfälle der vergangenen Jahre in Wien passiert ist, steht am Mittwochvormittag offen. Der Paketdienst betritt das Haus, die Hausverwaltung auch. Nur die Blumen und die Kerzen vor der Tür erinnern daran, was nur einen halben Tag zuvor geschehen ist. 

Dienstagnachmittag waren mehrere Arbeiter mit dem Dachgeschossausbau beschäftigt, für den Verschalungen und ein Gerüst aufgestellt worden waren. Plötzlich stürzte bei  laufenden Betonierarbeiten die gesamte Konstruktion ab und begrub die Bauarbeiter.

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

BAUGERÜST IN WIEN-ALSERGRUND EINGESTÜRZT - MANN IN LEBENSGEFAHR

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Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Arbeitsunfall mit vier Toten: Baupolizei hatte nichts zu beanstanden

Ein 45-Jähriger wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Vier seiner Kollegen – drei  kosovarische und ein serbischer Staatsangehöriger im Alter von Anfang 30 bis Ende 40 – kamen ums Leben. 

Obduktion angeordnet

Einen Tag nach dem Unfall leitete die Staatsanwaltschaft Wien ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter ein. Es geht um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung, der geprüft werden muss. „Die Ermittlungen  werden dann zeigen, ob in diesem Fall eine Fahrlässigkeit von jemandem anzunehmen ist. Die Obduktion wurde bereits angeordnet“, sagte Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Der flüssige Beton erschwerte die Bergungsarbeiten der Feuerwehr. 

Von der Baupolizei gab es im Vorfeld auf der Baustelle jedenfalls nichts zu bemängeln, wie es aus der MA 37 im Gespräch mit dem KURIER heißt. „Es wurden ein Dachgeschoß- und ein Balkonzubau bewilligt“, so eine Sprecherin. Auch Kontrollen vor Ort hätten keinen Anlass für  Beschwerden ergeben. Das Arbeitsinspektorat war bereits am Unfalltag vor Ort, um Erhebungen durchzuführen.

Der Unfallort im Innenhof.

Der Innenhof.

Das ausführende Bauunternehmen „Oben auf“ sprach in einer  Stellungnahme von tiefer Betroffenheit über den „tragischen Vorfall“ auf ihrer Baustelle. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Betroffenen und deren Angehörigen.“ Die Aufklärung des Sachverhalts werde „mit aller gebotenen Sorgfalt und Transparenz“ unterstützt. Mehr Details werden derzeit aber nicht bekannt gegeben.

Tulpen hängen an Baugerüst

Ein Strauß gelber Tulpen wurde an einem Baugerüst in der Nähe des Unfallorts befestigt.

Der Einsatz selbst gestaltete sich  für die insgesamt 120 Hilfskräfte als große Herausforderung. Lange sei  nicht klar gewesen, wie viele Bauarbeiter vermisst werden. Spezialgeräte und spezialisierte Einsatzkräfte sowie eine Drohne kamen zum Einsatz.  Vom Katastrophenhilfsdienst Wien wurden die Schallortungsgruppe und die Rettungshundestaffel entsendet.

Flüssiger Beton

Händisch mussten Schalungs- und Gerüstteile sowie Eisenarmierungen aus dem Weg geräumt werden, auch mit Seilwinden und einem Kran wurde gearbeitet. Der Kranfahrer musste aufgrund der Bergungsarbeiten bis 17.30 Uhr in seinem Fahrzeug ausharren.

Erschwert wurde die Suche, da die abgestürzten Teile von flüssigem Beton bedeckt waren, der nach und nach aushärtete. Kurz vor Ende des Einsatzes wurde der Trümmerkegel nochmals von einem Rettungshund abgesucht, um sicherzustellen, dass keine weiteren Personen verschüttet waren, so die Feuerwehr. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Abendstunden. 

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