40 Kräne sind auf einer der größten Baustellen Österreichs an der Arbeit. Am kommenden Samstag wird aspern Seestadt zur Bühne

© Schedl

Kranensee
02/10/2014

Ballett der Kräne in der Seestadt Aspern

Am 15. Februar fungieren die Baukräne der Baustelle Aspern als gigantische Tänzer.

von Bernhard Ichner

Eine Inszenierung der besonderen Art erwartet die Besucher der entstehenden Seestadt Aspern am 15. Februar: Die gesamte Baustelle wird zur Bühne, doch statt menschlicher Protagonisten rücken 30 der 40 Kräne auf der Baustelle besonders ins Rampenlicht. Mithilfe modernster Licht- und Projektionstechnik erzählen der künstlerische Leiter, Stefan Kainbacher, und sein Team die Geschichte von Aspern. Die Kräne „tanzen“ quasi zur Musik.

„Die Inszenierung nimmt die Besucher mit auf eine spannende Zeitreise – von der ersten Besiedlung bis dato unberührter Natur bis hin zur modernen, urbanen Zukunft“, erklärt Kainbacher. „Wir entwickeln dabei ein fünfsätziges Stück, das sich musikalisch zwischen klassisch besetzter Orchestermusik, Ambient und elektronischen Beats bewegt. Am ehesten kann man das wahrscheinlich mit einer eindrucksvollen Filmmusik vergleichen.“ Für die Komposition zeichnet Florian C. Reithner verantwortlich, den elektronischen Part übernimmt DJ Harry Krishner.

15 Kräne werden für das ungewöhnliche „Ballett“ mit Lichtquellen bestückt, 15 weitere folgen den choreografischen Anweisungen aus der Funkzentrale. Da die einzelnen Baufirmen unterschiedliche Frequenzen benutzen, wird die Inszenierung auch zur technischen Herausforderung.

Damit alles klappt, wie es sich das Kreativteam vorstellt, vermittelt Baulogistik-Manager Thomas Holaus zwischen Choreograf, Bauleitern, Polier und Kranführern. Er ist quasi der Dolmetscher zwischen Künstlern und Technikern. „Meine Aufgabe ist es, zu sagen, was technisch und punkto Arbeitnehmerschutz überhaupt möglich ist“, erläutert er.

Fragezeichen

Ein Beispiel: Da die Kräne relativ eng beieinander stehen, überlappen zum Teil die Schwenkbereiche der Ausleger. Verlangt eine Formation nun, dass sich die Kräne auf einander zubewegen, besteht das Risiko, dass sich deren Haken verfangen. „Das schränkt natürlich die Bewegungsfreiheit ein.“

Holaus oblag es auch, den eigentlichen Hauptdarstellern – den Kranführern – die künstlerische Seite ihres Jobs schmackhaft zu machen. „Bei manchen hat man im ersten Moment schon kritische Fragezeichen in den Augen gesehen“, erzählt er. „Aber prinzipiell sind alle sehr positiv eingestellt und erfreut, dass sie auf diese Weise ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.“

Die Vorstellung beginnt am Samstag, 15. Februar, um 17.30 Uhr und findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt ist frei. Interessierten wird empfohlen, öffentlich hinzukommen – auf dem Veranstaltungsgelände gibt es keine Parkplätze.

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