Chronik | Wien
21.06.2017

Bald kommt religiöser Leitfaden für Wiener Kindergärten

Ende des Sommers wird der überarbeitete Kriterienkatalog für Wiener Kindergärten präsentiert. Schon jetzt fordern die Neos einen 5-Punkte-Reformplan.

Mit seinem umstrittenen Bericht über den mutmaßlichen Einfluss des politischen Islam in geschätzten 150 muslimischen Kindergärten machte Religionspädagoge Ednan Aslan 2015 Schlagzeilen. Stadt und Bund einigten sich daraufhin auf eine gemeinsame Studie. Das ist aber nicht die einzige Konsequenz: noch heuer soll ein religiöser Leitfaden für Wiener Kindergärten vorgelegt werden. Erstellt wird er auf Basis des Bildungsplans.

Heute, Mittwoch, findet dazu ein Treffen von Fachleuten des Magistrats, Vertretern der Religionsgemeinschaften und Kindergartenträgern statt, heißt es im Büro von Stadtrat Jürgen Czernohorszky ( SPÖ). Der Öffentlichkeit präsentiert, wird der Kriterienkatalog mit dem Arbeitstitel „Ethik im Kindergarten – Vom Umgang mit Religionen, Weltanschauungen und Werten“ zwar erst nach dem Sommer. Schon jetzt ist aber klar, dass es um die Vermittlung von Bräuchen und Traditionen gehen wird.

Vorschläge der Neos

Die Neos fordern indes einen Fünf-Punkte-Reformplan für Wiens Kindergärten. So schwebt ihnen ein verpflichtendes zweites Kindergarten für Kinder vor, die zu wenig Deutsch für die Volksschule können. Weiters wollen sie zusätzliche Förderungen für Kindergärten, in denen mindestens 25 Prozent der Kinder „aus bildungsfernen Haushalten mit nicht deutscher Muttersprache“ stammen. Klubchefin Beate Meinl-Reisinger regt zudem einen Förderstopp für Problemkindergärten, bessere pädagogische Kontrollen und höhere Ausbildungsstandards für Kindergartenpersonal an.

Dazu das Büro Czernohorszky: Ein zweites Kindergartenjahr wäre zwar vom Bund abhängig, bei der Wiener SPÖ begrüße man die Idee aber. Die Sprachförderinnen wurden zuletzt von 120 auf 250 Personen aufgestockt, die bedarfsorientiert eingesetzt werden. Und punkto Kontrollen seien die Empfehlungen des Stadtrechnungshofes umgesetzt worden – etwa was die Überarbeitung der Förderverträge der MA10 betrifft.