Zug-Kollision: Menschliches Versagen als Ursache?

Ein Regionalexpress überfuhr offenbar ein Signal und krachte in einen Railjet. Es gab neun Verletzte.


Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Während des Unglücks war eine riesige Staubwolke zu sehen. Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Dutzende Rettungskräfte waren im Einsatz Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen Ein Regionalexpress stieß mit dem Railjet 631 (auf dem Weg von Wien nach Villach) zusammen

Der Zug ist gegen 16.25 Uhr vom Hauptbahnhof am Bahnsteig fünf des Bahnhofs Wien-Meidling  eingefahren. "Auf einmal hat es einen Kracher gemacht und Rauch war zu sehen", sagt KURIER-Redakteurin Lisa Rieger.  Sie war Augenzeugin des Zug-Unglücks.

Bei der Einfahrt in den Bahnhof  war ein Regionalexpress mit dem herannahenden Railjet 631 vom Wiener Hauptbahnhof nach Villach  zusammengestoßen. Ein Waggon kippte um, zwei weitere  sind entgleist. Der Unfall dürfte glimpflich ausgegangen sein: Der Regionalexpress fuhr ohne Passagiere, im Railjet befanden sich  mehr als hundert. Die Wiener Berufsrettung versorgte insgesamt 47 Menschen am Bahnhof, neun davon (vier Männer und fünf Frauen) waren leicht verletzt. Sie alle befanden sich während des Unfalls im Railjet.  Die schlimmste Verletzung war ein gebrochener Unterarm.

Die ÖBB haben einen sogenannten zentralen Ereignisstab eingerichtet. Rettungskräfte und Feuerwehrleute und Polizisten waren schnell vor Ort, um die Fahrgäste, die noch in dem umgekippten Waggon sind, zu bergen.  Die Polizei beorderte zwischenzeitlich auch Beamte, die für den Einsatz beim Bundesligaspiel Rapid gegen Altach vorgesehen waren, zum Bahnhof ab.

Die Feuerwehr war mit 62 Personen und 21 Fahrzeugen im Einsatz, die Wiener Berufsrettung mit 11 Fahrzeugen und dem Katastrophenzug.  Auch ein  Hubschrauber kreiste über die Unfallstelle.

karte.PNG Foto: cs

"Vom Sessel gefallen"

Viele Fahrgäste konnten den Zug  selbst verlassen, etwa 30 Personen  sollen aber nach ersten Informationen aus dem umgekippten Waggon gerettet worden sein. „Als der Zug umgekippt ist, sind alle von den Sesseln gefallen, alle haben geschaut, ob es den anderen gut geht“, erzählt ein Fahrgast dem KURIER.

Passagierin Nicole wollte  in die Therme nach Loipersdorf fahren. „Aber jetzt haben wir umgebucht, werden frühestens am Sonntag fahren. Zum Glück ist der Unfall  nicht bei voller Fahrt passiert“, sagt sie.  Andere, wie etwa Fahrgast Matthias, waren wegen der Osterfeiertage auf dem Weg nach Kärnten zur Familie.

Zugentgleisung Wien Meidling… Foto: /Stefan Hofer

Verunglückter Zug Wien Meidling… Foto: /Lisa Rieger Die Südbahnstrecke war durch das Unglück bis auf Weiteres unterbrochen. Laut ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger dürfte auch eine Oberleitung beschädigt sein. Auf ihrer Homepage informierten die ÖBB ihre Kunden, dass mehr Reisezeit einzuplanen sind. Mehrere Züge wurden umgeleitet und hielten nicht in Meidling. Drei Garnituren - 563, 649 und 91 - wurden zum Westbahnhof umgeleitet. Reisende mit ÖBB-Tickets können die Wiener Linien benutzen.

   Das Zugsunglück sorgte auch im Wiener Straßenverkehr für erhebliche Behinderungen. Laut ÖAMTC war die Eichenstraße zwischen Gürtel und Wienerbergstraße gesperrt.

Ermittlungen aufgenommen

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) hat nach dem Zugsunglück in Wien-Meidling die Ermittlungen am Unglücksort übernommen, um die Ursache herauszufinden. Das teilte das Verkehrsministerium am Samstagabend mit. Zunächst geht es um die umfassende bildliche Dokumentation des Unfallorte. Man arbeite eng mit den Einsatzkräften zusammen und stehe auch in Kontakt mit den ÖBB. Laut KURIER-Informationen hatte der Triebfahrzeugführer des Regionalexpress ein Signal übersehen und war deshalb seitlich in den Railjet gefahren. Dieser entgleiste und stoppte erst neben den Schienen. Der Regionalexpress war vom Bahnhof Matzleinsdorf gekommen und weil es eine Verschubfahrt war, waren keine Fahrgäste an Bord.

Knotenpunkt Meidling

Der Bahnhof Wien-Meidling ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im Wiener Zugverkehr. Er liegt an der Südbahnstrecke und übernahm während des Baus des Hauptbahnhofs ab 2009 die Funktion des Südbahnhofs. 2012 hielten die ersten Züge dann am Hauptbahnhof. Der Bahnhof Meidling verfügt über acht Bahngleise.

An das Netz der Wiener Linien ist der Bahnhof mehrfach angebunden: über die U6-Station Bahnhof Meidling, weiters über die Straßenbahnlinie 62 und die Buslinien 15A, 59A, 62A, 7A,7B, 8A und 9A. Die Adresse des Bahnhofes lautet 1120 Wien, Eichenstraße 25.

1981-2017

Kollisionen im Bahnverkehr in Wien: Eine Chronologie

Immer wieder kommt es in Wien zu Kollisionen zwischen Zügen oder anderen Schienenfahrzeugen. Die schwersten Unfälle liegen bereits geraume Zeit zurück. Folgend eine Chronologie von Zusammenstößen in Wien:

15.04.2017: Im Bahnhof Meidling stoßen ein REX- und ein Railjet-Zug zusammen. Eine Garnitur kippt teilweise zur Seite. Rund 30 Personen werden in Sicherheit gebracht. Mehrere Personen werden eher leicht verletzt.

15.07.2015: Im Bahnhof Leopoldau kollidiert ein Personenzug ohne Passagiere mit einem Güterzug eines privaten Unternehmens. Die beiden Garnituren entgleisen teilweise, verletzt wird aber niemand.

21.01.2013: Zwei Schnellbahngarnituren der Vorortelinie (S45) stoßen auf der Westbahnstrecke in Penzing frontal zusammen. Mehrere Menschen werden schwer verletzt, mehr als ein Dutzend leicht verletzt.

28.09.2012: Die Lokomotive und der erste Waggon eines Intercity nach Salzburg springen kurz nach der Abfahrt vom Westbahnhof aus den Schienen. Es wird niemand verletzt.

20. 06.2011: Beim Westbahnhof kollidieren eine Verschublok und eine Lok mit einer Garnitur leerer Waggons. Zwei Verschubmitarbeiter werden verletzt.

09.10.2009: Eine Schnellbahn stößt beim Matzleinsdorfer Platz mit einem Oberbauzug zusammen, beide sind auf dem gleichen Gleis unterwegs. Ein ÖBB-Mitarbeiter des Baufahrzeugs wird schwer, 13 Passagiere werden leicht bis mittelschwer verletzt.

30.04.2007: Am Südbahnhof kommt es zur seitlichen Kollision zweier Verschubzüge. Ein ÖBB-Mitarbeiter wird schwer verletzt.

28.09.2006: In der sogenannten Oswald-Schleife im Bereich Schöpfwerk-Tscherttegasse auf der Verbindungsstrecke zwischen West-und Ostbahn stößt ein Schnellzug aus Ungarn mit einer Draisine zusammen. Vier ÖBB-Arbeiter werden verletzt, drei von ihnen schwer.

27.02.2002: Zwei Güterzüge prallen in Simmering aufeinander. Die beiden Lokführer werden verletzt. Aus einem Kesselwaggon tritt tonnenweise Aminoharz aus.

18.02.1993: Drei Menschen kommen ums Leben und rund 30 werden verletzt, als in Penzing in der Nähe des Bahnhofs Hütteldorf ein Regionalzug und eine Schnellbahngarnitur frontal zusammenstoßen. Ein Zug aus Neulengbach prallt mit rund 30 km/h gegen eine etwa 60 km/h schnelle S-Bahn-Garnitur.

9.11.1991: Nahe der Haltestelle Süßenbrunn an der nordöstlichen Stadtgrenze sind drei Schnellbahngarnituren in einen Unfall verwickelt. Vier Menschen sterben, 30 erleiden teilweise schwere Verletzungen.

17.08.1981: Menschliches Versagen ist die Ursache dafür, dass ein Pendlerzug im Südbahnhof auf einen Prellbock fährt. Drei Menschen sterben, 140 werden verletzt.

(kurier) Erstellt am
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