Chronik | Wien
20.01.2018

Aus für Vorzeigeprojekt "Haus Hawi" der Caritas

Flüchtlingsquartiere schließen, weil der Bedarf sinkt.

2016 wurde das "Haus Hawi" von der Wiener Caritas in Favoriten eröffnet. Es sollte ein Vorzeigeprojekt sein, bei dem Flüchtlinge gemeinsam mit Studenten in WGs wohnen. Ein Ort, der zeigt, dass "ein gutes Miteinander in der Gesellschaft möglich ist", hieß es damals. TU-Studenten planten di e Holzelemente für die WG-Zimmer im Zuge des Projekts "Home not Shelter". Gemeinsam mit den Geflüchteten wurden die Zimmer gebaut. Doch jetzt wird das "Haus Hawi" geschlossen.

Bis Ende Februar muss die Hälfte der Bewohner (insgesamt 55 Studenten und 52 Geflüchtete) ausziehen, bis Ende Juni alle anderen. Für alle gibt es Plätze in anderen Unterkünfte.

In einem Brief an Medien und Caritas bitten die Projektteilnehmer, die Schließung noch einmal zu überdenken. Das "Haus Hawi" sei "der Beweis, dass Integration gelebt werden kann".

Sinkende Asylzahlen

"Uns liegt das Projekt sehr am Herzen", sagt Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien. Aber: "Die Zahl der geflüchteten Menschen ist zuletzt deutlich gesunken, und mit ihr auch die Zahl jener, die in den Quartieren von Hilfsorganisationen einen Platz benötigen." Voraussichtlich im August wird wohl auch die WG Said in Eggenburg geschlossen, in der Platz für 45 Flüchtlinge wäre, und in der aktuell nur 25 wohnen.

Insgesamt hat die Caritas 2017 in Wien und NÖ zwölf Einrichtungen für Geflüchtete aufgelöst. 22 Not- und Grundversorgungsquartiere betreibt sie noch. 1700 Geflüchtete sind in Betreuung, im August 2017 waren es noch 2619.