Augenzeuge Florian Klapetz

© Birgit Seiser

Chronik | Wien
06/26/2019

Augenzeugen nach Gasexplosion: "Wie nach einem Bombenangriff"

Nachbarn berichten dem KURIER, wie sie die dramatischen Minuten in Wien Wieden erlebt haben.

Am Mittwoch um 16:30 Uhr kam es zu einer verheerenden Explosion in Wien Wieden. Augenzeugen berichten dem KURIER, wie sie die dramatischen Minuten erlebt haben.

Florian Klapetz, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, sagt: "Ich hatte die Türe nicht zugesperrt, deswegen hat es sie aufgedrückt. Ich bin dann hinuntergelaufen, weil ich nach dem Knall dachte, dass das in meinem Haus passiert ist. Auf der Straße war überall Staub, wie man es von Bildern nach Bombenangriffen in Syrien kennt. Dann hat die Rettung schon erste Verletzte herausgetragen."

W. Ressl, der in rund 80 Meter Luftlinie vom Ort der Gaskatastrophe wohnt, eilte, nachdem er einen dumpfen Knall wahrgenommen hatte, in Richtung Preßgasse. Ihm sei sofort klar gewesen: "Das muss schon eine arge Explosion gewesen sein". Auf dem Weg zum Ort des Geschehens habe er auch Glasscherben auf der Straße wahrgenommen. Möglicherweise sind durch die Druckwelle auch in benachbarten Häusern Fenster zerborsten.

Auf einem Video, das er zunächst auf Twitter veröffentlicht hatte und dann dem KURIER zur Verfügung gestellt hat, ist zu sehen, wie noch eine Staubwolke über der Straße hängt. In dem großen Haus auf der rechten Seite klafft ein riesiges Loch, das sich über mehrere Stockwerke erstreckt. Sirenen von den bald darauf eingetroffenen Einsatzkräften sind zu hören.

Noch schnell Katzen gerettet

"Wir haben im Büro nur einen lauten Kracher gehört und unser Haus hat gewackelt", schildert Julia P. dem KURIER.

Ottfried Wirt war gerade in seiner Kanzlei in der Nähe und ist sofort hingelaufen, weil er im betroffenen Haus eine Wohnung hat. Er habe Gas gerochen. Dennoch sei er hineingegangen, um seine Katzen zu retten. Im Haus seien überall Glassplitter, sagt Wirt zum KURIER.

Auch der APA wurde von einer Suche nach Haustieren berichtet. Helga P. war nach einem Anruf ihrer Tochter, die im primär betroffenen Gebäude wohnt, an den Ort des Geschehens geeilt. "Sie hat mich angerufen und gesagt 'Die Decke ist eingestürzt'. Sie hat mir nicht viel geschildert. Sie war unter Schock", berichtete Helga P. Ihre Tochter befände sich unter den Leichtverletzten. "Ich bin hierhergekommen, um die Katze zu suchen", verriet Helga P.