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Tierschutz
04/16/2019

Aufregung bei Tierschützern: Gefärbte Tauben als Attraktion

Gegen Bezahlung machten Besucher des Schlossparks Schönbrunn Selfies mit einer bunt gefärbten Taube.

von Konstantin Auer

In den letzten Tagen bot eine Frau im Schlosspark Schönbrunn in der Nähe des Palmenhauses bunt gefärbte Tauben als Attraktion an. Gegen Bezahlung konnten Passanten Selfies mit den Vögeln machen.

"Wir kennen das aus anderen Ländern, in Wien scheint das ein neues Phänomen zu sein", sagt Elisabeth Penz, Sprecherin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten dazu. "Es handelt sich eindeutig um Tierquälerei". Der Verein rät eindringlich davon ab, für so etwas Geld auszugeben.

Bei den Bundesgärten bestätigt man den Vorfall: "Die Dame war illegal unterwegs und wurde des Parkes verwiesen", sagt Sprecherin Irmgard Poschacher.

Strafbare Tierquälerei

Aktionen wie diese sind nach Paragraf 7 des Tierschutzgesetzes verboten. Darin heißt es: "Das aus ästhetischen oder kommerziellen Gründen vorgenommene Tätowieren oder Verfärben von Haut, Federkleid oder Fell ist verboten, sofern es sich nicht um eine Maßnahme zur fachgerechten Tierkennzeichnung handelt". Die Vier Pfoten raten deshalb, solche Fälle anzuzeigen und der Wiener Tierschutzombudsstelle unter der Telefonnummer 01-4000-75079 zu melden.

Die Chemie in den Farben sei schlecht für Vögel, erklärt Penz. Zudem würden Greifvögel gezielt nach auffälligen Beutetieren Ausschau halten.

„Die Tiere werden unnötig manipuliert, um wie ein Spielzeug für vermeintlich lustige Fotos genutzt zu werden“, kritisiert Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien. „Tauben sind nicht handzahm. Wenn sie von Hand zu Hand gereicht werden, dann erstarren sie aus purer Angst. So eine Tierquälerei hat in Wien keinen Platz-"

Die Tierschützer hoffen nun, dass die Tierquälerin nicht auch in anderen Parks aktiv wird.