A22 in Wien: Großübung im Kaisermühlentunnel
Bei der Übung wurde für den Ernstfall geübt.
In der Nacht auf Donnerstag haben einige Fahrer auf der Donauuferautobahn (A22) wohl einen Umweg in Kauf nehmen müssen. Denn der Kaisermühlentunnel in Wien-Donaustadt wurde für eine Einsatzübung der Asfinag und anderer Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden gesperrt. Simuliert wurde eine Massenkarambolage mit Verletzten. In Österreich sind solche Trainings alle vier Jahre gesetzlich verpflichtend, wenn ein Tunnel über einen halben Kilometer lang ist.
Kommt es in einem Tunnel zu einem schweren Verkehrsunfall, muss nicht nur die Rettung eingreifen. „Wir haben im Tunnel tatsächlich alle Einsatzkräfte zur Hand, von Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr bis hin zur Asfinag“, erklärte Asfinag-Übungsleiterin Nicole Reeh der APA. Die regelmäßige Wiederholung solcher Tunnelübungen sei besonders wichtig, weil „die Unfälle tatsächlich steigen und sich auch sehr viel ändert“, so die Übungsleiterin.
Einsatzkräfte üben den Ernstfall
Mehrere Dutzend Einsatzkräfte und Statisten inszenierten ein Schreckensszenario: Die Lichter sind aus, mehrere Autos sind an die Tunnelwand gekracht. Aus einem demolierten Pkw, der mitten auf der Fahrbahn auf dem Dach liegt, hängt der reglose, mit Blut verschmierte Fahrer. Andere schreien im Dunkeln nach Hilfe oder klopfen gegen die verklemmte Autotür.
Laut Reeh legen die Einsatzkräfte das Übungsszenario selbst fest. Damit reagiere man auch auf neue technische Entwicklungen, etwa bei der Einsatzausrüstung. Zudem gebe es beispielsweise immer mehr Elektroautos, die Helfer vor neue Herausforderungen stellen würden. Im Realfall schlagen zunächst die Verkehrsmanagementzentralen Alarm, sobald Kameras Unfälle oder Brände feststellen, und informieren die Einsatzkräfte.
Es wurde eine Massenkarambolage inszeniert.
Kommunikation bei Unfällen im Tunnel ausschlaggebend
Die unterschiedlichen Einsatzkräfte würden zwar bereits täglich zusammenarbeiten, erklärte Lukas Schauer von der Berufsfeuerwehr Wien. Tunnelunfälle seien allerdings nichts Alltägliches. Daher sei das Training im mehr als zwei Kilometer langen Kaisermühlentunnel „eine sehr, sehr wertvolle Übung“.
Ähnlich sieht das Michael Baci von der Berufsrettung Wien: „Das ist ein sehr hoher Kommunikationsaufwand und das muss man einfach üben.“ Grundsätzlich seien alle Organisationen autonom, so Baci, würden aber anhand von Alarmplänen arbeiten. „Da ist inhaltlich definiert, wo wir uns treffen.“ Auch könnten die Einsatzkräfte „behördenübergreifend über den Behördenfunk kommunizieren.“
Stundenlanges Testszenario
Im Testszenario sicherte die Feuerwehr nach Einfahrt der Löschfahrzeuge die Einsatzstelle zusammen mit Polizei und Asfinag, inklusive Brandschutz, wie Schauer erklärte. Danach hätten die Einsatzkräfte entschieden, welche Personen sie zuerst aus den Pkw befreien und an die Rettung übergeben sollten.
„Nachdem alle Personen aus den Fahrzeugen befreit worden sind, passiert eine Unfallaufnahme durch die Polizei.“ Danach müssen die demolierten Fahrzeuge in Abstimmung mit Polizei und Asfinag aus dem Tunnel entfernt werden, wobei die Asfinag abschließend die Fahrbahn reinigt und freigibt.
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