Chronik | Wien
31.05.2017

Am 4. September kommt in Favoriten das Parkpickerl

17 von 23 Bezirken haben dann eine Parkraumbewirtschaftung. Anträge ab 1. Juni möglich.

Und da waren’s nur noch sechs. Denn am 4. September – zwei Tage nach der Inbetriebnahme der U1-Verlängerung bis Oberlaa – wird Favoriten als 17. aller 23 Wiener Gemeindebezirke das Parkpickerl einführen. Damit gibt es in Wien nur mehr ein halbes Dutzend Bezirke ohne Parkraumbewirtschaftung.

Die Kurzparkzone wird werktags von 9 bis 19 Uhr gelten. Beantragen können die Favoritner das Pickerl ab morgen, Donnerstag, entweder persönlich im Magistratischen Bezirksamt in der Laxenburger Straße 43-47 oder online hier.

Mit der neuen Parkraumbewirtschaftung würde sie auf die Wünsche vieler Bewohner reagieren, erklärte Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner ( SPÖ) bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) Dienstagfrüh. Denn in jüngster Zeit hätten sich immer mehr Favoritner mit der Frage an sie gewandt, wann denn endlich das Parkpickerl komme. Derzeit sind im Bezirk 65.000 Pkw gemeldet, dazu kommen aber noch rund 200.000 Pendler.
Beim KURIER-Lokalaugenschein auf der Favoritner Hauptstraße beklagen die Anrainer die derzeitige Parkplatzsituation. "Manchmal muss ich eine halbe Stunde kreisen, bis ich etwas finde", sagte etwa die 62-jährige Margarita Brager.

"Und dann steh’ ich erst recht ganz weit weg von meiner Wohnung." Auch Alois Haider findet die Einführung des Parkpickerls gut: "Ich hätte es mir nur früher gewünscht, als ich noch am Bau gearbeitet und oft Parkplätze gesucht habe."

Wer kein Parkpickerl besitzt, der darf ab September mit Kurzparkschein maximal drei Stunden in Favoriten parken. Die Pendler werden auf die "Park&Ride"-Anlagen verwiesen. Diesbezüglich sind zwei Neuerrichtungen geplant – und zwar einmal 620 Plätze An der Kuhdrift und 150 Plätze in Neulaa.

Streit um Befragung

Simmerings Bezirksvorsteher Paul Stadler ( FPÖ) macht sich inzwischen weiter dafür stark, im September seine Bewohner – und zwar nur Wahlberechtigte und EU-Bürger – über ein Parkpickerl abstimmen zu lassen. Dieser Wunsch ist ihm von der Stadt verwehrt worden, denn bei Parkpickerlbefragungen – so die Rechtsmeinung aus dem Büro von Stadträtin Renate Brauner (SPÖ) – müssen alle Personen mit Hauptwohnsitz einbezogen werden. Unfair findet die FPÖ das, weil bei den Abstimmungen in Döbling in Währing Drittstaatsangehörige nicht befragt wurden.

Der Wiener FPÖ-Klubobmann Dominik Nepp will nun im Gemeinderat, eine Debatte zur Geschäftsordnung eröffnen. Solange die FPÖ jedoch keine sachliche Rechtfertigung vorlege, weshalb Drittstaatsangehörige ausgeschlossen werden sollten, werde Simmering die Daten nicht bekommen, heißt es aus dem Büro Brauner.

Verärgertes Cottage

Indes hadern in dicht bebauten Gebieten Döblings – etwa im Cottageviertel – viele Bewohner mit dem negativen Ausgang der Befragung. Denn während es im benachbarten Währing seit dem Parkpickerl immer freie Plätze gebe – auf die sich Döblinger ohne Pickerl nicht stellen können–, werde die Situation im 19. Bezirk immer untragbarer.

Bezirksvorsteher Adi Tiller ( ÖVP) meinte, dass er im April bekanntlich einen Antrag auf Anrainerzonen eingebracht hatte – dieser jedoch abgewiesen worden sei.

Von Vassilakou hieß es dazu, dass Anrainerparkplätze nur in einem Parkpickerl-Bezirk möglich sind. Es gebe jedoch die Möglichkeit einer Insellösung, die der Bezirksvorsteher auch in Döbling anwenden könnte.