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Das neue Jahr eintanzen
12/29/2014

Alles walzt durch die Wiener City

Bereits zum 25. Mal verwandelt sich die Innere Stadt in eine große Partyzone.

von Anna-Maria Bauer

High Heels trägt Thomas Schwebach natürlich keine. Trotzdem ist der Wiener froh, dass es am Graben kein holpriges Kopfsteinpflaster, sondern große, flache Steinplatten gibt. Sonst würde das mit dem Walzertanzen ein wenig schwierig werden. Seit rund zwanzig Jahren wirbelt Schwebach am letzten Tag des Jahres stundenlang über den Graben.

Mit seiner Tanzschule ist er nämlich für das tänzerische Können der Silvesterpfad-Besucher verantwortlich. Von 14 Uhr bis zwei Uhr Früh verwandelt sich dieses Jahr nicht nur der Graben, sondern auch der Universitätsring in einen riesigen Ballsaal.

Und zum Tanzen gibt es genug Gründe, schließlich werden 2015 gleich zwei Jubiläen gefeiert: Ein Vierteljahrhundert Silvesterpfad und zwei Jahrhunderte Wiener Walzer. Da trifft es sich gut, dass der Hochriegl-Sektstand nur ein paar Meter entfernt, nämlich am Stephansplatz, ist. Für alle, die mit dem Feiern schon früher anfangen wollen: Hier werden ab elf Uhr die Korken knallen. (Für die ersten 200 Besucher ist das Gläschen des limitierten Cuvée gratis.)

Vorbereitungen laufen

690.000 Besucher haben die Party-Meile vergangenes Jahr besucht. Zum 25. Jubiläum erhoffen sich die Veranstalter natürlich neue Rekorde. Deshalb sind seit 25. Dezember auch wieder rund 300 Mitarbeiter mit 40 Sattelschleppern im Einsatz, um die zwölf Bühnen und 60 Gastro-Stände aufzubauen. Erstmals wird das Feuerwerk um Mitternacht nicht nur vom Rathausplatz, sondern auch vom Ring die Stadt erleuchten. Der Prachtboulevard hat nämlich sein eigenes Jubiläum zu feiern: 2015 wird die Ringstraße 150 Jahre alt. Und auch beim Prater werden Feuerwerksraketen in die Luft fliegen – dort sogar musiksynchron.

Dichtes Programm

Weil sich der Silvesterpfad in den vergangenen Jahren zu einem Fest für die ganze Familie entwickelt hat, wurde wieder versucht, ein möglichst abwechslungsreiches Programm anzubieten.

Für die jüngeren Besucher findet zwischen 14 und 18 Uhr an der Freyung die okidoki-Kinderparty statt; ebenfalls ab 14 Uhr gibt es auf dem Maria-Theresien-Platz Kinder-Karaoke. Oldies-Liebhaber können am Rathausplatz die Hits der letzten sechs Dekaden genießen. Disco-Musik wird es am Neuen Markt zu hören geben und für die Patriotischeren spielt die Donaustädter Band "Wiener Wahnsinn" ab 21 Uhr auf dem Maria-Theresien-Platz Austropop-Hits.

Klassischer geht es am Herbert-von-Karajan-Platz zu. Ab 14 Uhr gibt es ein Potpourri der schönsten Opern- und Ballettszenen, ab 19 Uhr dann die Live-Übertragung der Johann-Strauß-Operette "Die Fledermaus" aus der Wiener Staatsoper. Das Haus der Musik bietet von 14 bis 22 Uhr freien Eintritt und ermöglicht den Besuchern mittels "Virtuellem Dirigenten", das Dirigieren einmal selbst auszuprobieren.

Mit den Öffis unterwegs

Um den Feiernden die Heimreise zu erleichtern, sind in der Silvesternacht nicht nur die U-Bahnen, sondern auch die meisten Bus- und Straßenbahnlinien bis 3 Uhr Früh unterwegs. Die U-Bahnen fahren bis 3 Uhr nicht im üblichen Viertelstundentakt, sondern kommen alle 7,5 Minuten. Auch die ÖBB setzen in Wien und NÖ 25 zusätzliche Züge ein. Und Achtung: Weder U1 noch U3 halten ab 22 Uhr in der Station Stephansplatz.

Ausgebucht: Ausbleiben der Russen wird noch abgefedert

In den frühen 1980er-Jahren waren November und Dezember für die Wiener Hotellerie eine ruhige Zeit. Heute ist das – auch dank des Wiener Adventzaubers am Rathausplatz und des Silvesterpfades – ganz anders. Im November wurde erstmals die Ein-Millionen-Marke geknackt, Hoteliers sind zuversichtlich, dass auch der Dezember ein Erfolg wird – trotz des Ausbleibens vieler russischer Gäste.

Vor allem die Tage rund um den Heiligen Abend sind immer stärker gefragt. Andrea Feldbacher, Hotel-Obfrau in der Wiener Wirtschaftskammer, dazu: "Dieses Jahr ist es besonders auffällig: Alle Kollegen großer, mittlerer und kleiner Häuser berichten, dass sie fast komplett ausgebucht waren." Die Gäste kommen nicht nur aus den Nachbarländern, wie Italien oder Deutschland. Auch die Amerikaner scheinen Österreich als Winterdestination entdeckt zu haben.

Doch auch wenn das Minus der Russen derzeit noch abgefedert werden kann, gibt Josef Bitzinger, Wirtschaftskammer-Obmann der Sparte Tourismus zu: "Langfristig brauchen wir den russischen Gast." Im November wurde daher ein Abkommen mit dem Tourismusverband St. Petersburg unterzeichnet, das die Zusammenarbeit stärken soll.

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