Akademikerball: Solidarität aus allen Lagern

KUNDGEBUNG OFFENSIVE GEGEN RECHTS "BURSCHENSCHAFTE
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET Kundgebung Offensive gegen Rechts "Burschenschafter umzingeln - Raus auf die Straße gegen Rechts!" im Juni 2014.

Die Offensive gegen Rechts beginnt am Donnerstag mit konkreten Vorbereitungen der Proteste.

Der Countdown zum Akademikerball läuft und egal ob lieber Links- oder Rechtswalzer getanzt wird – die Ausschreitungen rund um den Ball im letzten Jahr haben den Event als Paradebeispiel des Links-Rechten-Konflikts manifestiert. Die Offensive gegen Rechts (OGR) verteilt am Donnerstag an 13 Infoständen in ganz Wien Materialien, die zum Demonstrieren aufrufen.

Schon jetzt haben tausende Antifaschisten zugesagt: „Wir rechnen heuer wieder mit rund 6000 Teilnehmern“, erklärte OGR-Sprecherin Natascha Strobl. In einer offiziellen Stellungnahme der OGR heißt es, dass die Demos bislang schon viel erreicht haben: „Die Besucher_innenzahl ist in den letzten Jahren auf einen kümmerlichen braunen Haufen zusammengesunken, der einsam in den Säulen der Hofburg über die linke Jagdgesellschaft halluziniert“.

Diese Aussage kann seitens der Ballorganisatoren 2015 aber nicht bestätigt werden. Denn obwohl die letzten Veranstaltungen tatsächlich an Besuchermangel litten, gibt es heuer wieder mehr Menschen, die am Ball das Tanzbein schwingen wollen: „Wir haben schon jetzt, drei Wochen vor dem Ball, mehr Karten verkauft als im vorigen Jahr am Ballabend“, erklärt Veranstalter Udo Guggenbichler dem KURIER gegenüber.

Den Grund dafür sieht Guggenbichler in der Solidarität vieler Menschen aus der bürgerlichen Schicht: „Das ist kein politisches Event, sondern eine Tanzveranstaltung. Unsere Gäste kommen aus verschiedensten Bereichen und nach den Ausschreitungen im letzten Jahr, zeigen sich heuer viele solidarisch mit uns.“

WKO Wien schnürt Unterstützungspaket

Während die Wogen in den politischen Lagern hochgehen, muss sich auch die Wirtschaft als eigentlich unbeteiligte Partei, mit dem Ball auseinandersetzen. So wird den Geschäftsbetreibern, deren Lokale an der Route der Demonstranten liegen, etwa geraten, in der Ballnacht wertvolle Gegenstände aus den Schaufenstern zu entfernen. „Außerdem sind wir gerade dabei ein Unterstützungspaket vorzubereiten, das im Falle von Beschädigungen von Unternehmern in Anspruch genommen werden kann“, erklärt Martin Sattler von der Wiener Wirtschaftskammer. Wie viel die WKO für den Notfall bereitstellt muss noch beschlossen werden.

(KURIER) Erstellt am
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