Ein Fahrrad-Mechaniker nutzt mittlerweile Christopher Lanes Lokal als Lagerraum

© KURIER/Gerhard Deutsch

Privat an Privat
03/01/2016

Airbnb im Keller: Lagerräume zu vermieten

Die Sharing Economy weitet sich nun auf die nächste Branche aus.

von Anna-Maria Bauer

Ein Mann, der darauf wartet, dass seine zwei Erdgeschoßlokale in Wien-Mariahilf zu Wohnungen umgewidmet werden und bis dahin die leeren Räumen nicht nutzen kann.

Ein Fahrrad-Mechaniker, der zusätzlichen Lagerraum in der Nähe seiner Werkstatt sucht.

Die neue Plattform StoreMe bringt diese Personen zusammen. Nach Hotellerie und Taxiunternehmen weitet sich die Sharing-Economy auf die nächste Branche aus: Lagerraum-Vermietung.

Die Idee kam StoreMe-Gründer Johannes Braith, als er herausfand, dass seine 84-jährige Nachbarin ihr unbenutztes Kellerabteil an einen Handwerker vermietet. Eigentlich eine geniale Idee, dachte sich Braith. Wäre doch toll, wenn man solche Menschen rasch und unkompliziert zusammenbringen könnte.

Mit seinen Freunden Ferdinand Dietrich und Christoph Sandraschitz startete er zu Jahresbeginn mit StoreMe.at. Hier kann jeder seine unbenutzte Fläche reinstellen; pro Inserat werden 19,90 Euro verlangt.

Storageklub

Diese Seite ist aber nicht die einzige österreichische Plattform, auf der Private Lagerräume an Private vermieten können. Bereits seit Oktober gibt es die Seite Storageklub.at. Das Prinzip ist das gleiche. (Sie wurde mittlerweile vom deutschen Mitbewerber Shelfsailor übernommen, der im März in der Puls4-Show „4 Minuten 4 Millionen“ zu sehen sein wird.)

Wie Lukas Ransmayr, der die Seite mit Philipp Ruthensteiner gründete, auf die Idee für die Lagerraum-Sharing-Seite kam? „Ich war Ende 2014 selbst auf der Suche nach einer Self-Storage-Flache. Aus Mangel an Alternativen musste ich einen 7 Quadratmeter großen Lagerplatz bei MyPlace für 200 Euro im Monat mieten.“ Ein teures Vergnügen, fand Ransmayr. Das müsste doch auch anders gehen. „Ein Model á la Airbnb war da naheliegend.“

Bei den Sharing-Plattformen StoreMe und Storageklub bestimmen die Vermieter selbst die Preise. Und die sind niedriger, als jene der bestehenden Unternehmen wie MyPlace. Bei Storageklub.at findet man 3,5 Quadratmeter große Kellerabteile um 25 Euro oder eine 20 Quadratmeter große Staufläche in einer Altbauwohnung um 140 Euro pro Monat.

Schon vermietet

Christopher Lane, jener Mann der darauf wartet, dass die Erdgeschoßlokale umgewidmet werden (damit er sie zu Wohnungen umbauen und verkaufen kann), findet die Plattformen ideal. Das Sharing-Konzept sagt ihm generell zu. Er findet es gut, Geschäfte ohne einen Makler oder einen Mittelsmann abwickeln zu können.

Bereits der zweite, der sich das Lager ansah, jener Fahrrad-Mechaniker mit der Werkstatt ums Eck, hat die kompletten 50 Quadratmeter übernommen.

Am Radar

In der zuständigen Wirtschaftskammer-Fachgruppe „Spedition und Logistik“ hat man die neuen Mitbewerber „mitbekommen“.

Anders als in der Hotellerie oder beim Fahrtendienst bewegt sich die Lagerflächen-Vermittlung aber in keinem Graubereich: Solange die Plattformen keine Zusatzdienstleistungen anbieten – etwa die Wartung der abgestellten Möbel übernimmt – sind sie für die Vermittlung von der Gewerbeordnung ausgenommen.

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