Chronik | Wien
19.04.2017

Äußere Mariahilfer Straße: Mieter kehren in Explosionshaus zurück

Die Sanierungsarbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

Rudolfsheim-Fünfhaus. Es war vor fast genau vor drei Jahren, als das Haus in der Äußeren Mariahilferstraße 182 explodierte. Ein 19-Jähriger ist dabei gestorben, 13 Personen wurden verletzt. Wie sich später herausstellte, war es ein Selbstmord des 19-Jährigen – er hatte den Gasherd manipuliert. Das Haus mit drei Stockerwerken wurde schwer zerstört.

Mittlerweile ist es fast wieder aufgebaut. Die Stadt trat damals an die Eigentümer heran. "Es gab zwei Möglichkeiten", sagt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ( SPÖ). "Entweder das Haus wird abgerissen – und das wäre die wirtschaftlich sinnvollste Varriante gewesen. Oder es wird saniert." Die Entscheidung fiel für Letzteres: "Wir kämpfen um jedes Gründerzeithaus in Wien", sagt Ludwig.

Mieter halten

Aus den ehemals 20 Altbau-Wohnungen in dem Haus werden nun vom Architekturbüro Trimmel-Wall wieder 20 Wohnungen im Altbau errichtet, sowie zusätzlich neun im neuen Dachgeschoßausbau. Vier von sieben Millionenn Euro Gesamtkosten trägt die Stadt. Denn die Sanierung ist Teil der Blocksanierungs-Aktion im Bezirk. Dabei übernimmt die Stadt für den Eigentümer einen Teil der Sanierungskosten. Der Eigentümer verpflichtet sich im Gegenzug dazu, die Miete 10 bis 15 Jahre lang nicht anzuheben. "Deswegen findet bei uns die Gentrifizierung nicht so schnell statt, wie etwa am Brunnenmarkt", sagt Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal (SPÖ).

Die neuen Wohnungen im Explosions-Haus werden zwischen 40 bis 140 groß sein und zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter kosten. Substandard-Wohnungen gibt es keine mehr. Stattdessen wird die Hälfte der Wohnungen mit Balkon, Terrasse oder Gründach ausgestattet.