Chronik | Wien
23.03.2017

Ärzte protestieren gegen Umzug ihrer Abteilung

Widerstand gegen Verlegung der Augenklinik in die Rudolfstiftung reißt nicht ab.

Ihren ersten großen Auftritt hat die neue Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger bei der SPÖ-Klubklausur, die heute, Donnerstag, in Floridsdorf startet. Dabei wird sie die Genossen über die nächsten Schritte der Spitalsreform informieren.

Gesprächsbedarf gibt es genug, stößt doch das von ihrer Vorgängerin Sonja Wehsely gestartete "Spitalskonzept 2030" auf teils massiven Widerstand. Allen voran die geplante Übersiedelung der Augenabteilung des Donauspitals in die Rudolfstiftung. Wie berichtet haben im Vorjahr mehr als 16.000 Patienten dagegen unterschrieben.

Jetzt steigt auch die Belegschaft der Abteilung selbst auf die Barrikaden. Nahezu geschlossen haben die Ärzte und Pflegekräfte ein Protestschreiben gegen das Vorhaben unterzeichnet. Die Mitarbeiter betonen, "dass wir uns klar gegen eine Absiedelung unserer Abteilung in die Krankenanstalt Rudolfstiftung aussprechen", heißt es in dem Papier, das dem KURIER vorliegt.

"Verschlechterung"

Und weiter: "Wir sind der Auffassung, dass jede Reduktion von augenärztlichen Leistungen jenseits der Donau zu einem regionalen Ungleichgewicht führt und eine deutliche Verschlechterung der Versorgung unserer Patienten darstellt."

"Die Sorgen der Mitarbeiter werden von mir, aber auch vom Management, sehr ernst genommen", betont Frauenberger. "Niemand muss sich fürchten, dass er oder sie den Arbeitsplatz verliert oder dass sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern – im Gegenteil: Letztendlich wird die Versorgung durch die Bündelung der Kompetenzen ja verbessert." Im neuen Augenzentrum sollen pro Jahr 100.000 Patienten behandelt werden.

Auch nach der für Ende 2017 geplanten Übersiedlung werde es eine ambulante und tagesklinische Versorgung im Donauspital geben, betont ein Sprecher des Krankenanstaltenverbunds. Dieses Modell sei durch Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern entstanden.