Chronik | Wien 14.05.2018

Abstell-Chaos durch Leihräder: Strafen bis zu 700 Euro ab Juni

Ein Ofo und ein oBike - frisch aus dem Wiener Donaukanal. Immer wieder sorgten die „falsch geparkten“ Leihräder für Kritik. © Bild: Julia Schrenk

Falsch geparkte Leihräder können in Wien gemeldet werden. Anbieter müssen sie entfernen.

Sie stehen mitten auf dem Gehsteig. Liegen in Parks, U-Bahn-Stationen oder sogar in Hauseingängen. Und manchmal, werden sie auch aus dem Donaukanal gefischt.

Seit die Leihrad-Flotte in Wien um die Anbieter Ofo (gelb und aus China) und oBike (orange und aus Singapur) erweitert wurde, gibt es immer wieder Probleme damit, wie und wo diese Fahrräder abgestellt werden. Im Gegensatz zum städtischen City-Bike müssen Ofos oder oBikes nicht an fixen Stationen entlehnt und zurückgebracht werden, sondern können direkt am Zielort geparkt werden. Weil das von den Nutzern zum Teil über die Maße ausgereizt wurde (siehe unten), hat die Stadt schon im März beschlossen, die Gangart gegen die Bikesharing-Firmen zu verschärfen. Laut wien.orf.at müssen sich oBike, Ofo, etc. nun ab Juni an fixe Regeln halten.

Wie berichtet, soll das über eine sogenannte „ortspolizeiliche Verordnung“ geregelt werden: Wer in Wien ein falsch abgestelltes Leihrad entdeckt, kann dieses melden. Von Montag bis Freitag müssen diese dann als „beanstandet“ gemeldeten Räder zwischen sechs und 18 Uhr innerhalb von vier Stunden abgeholt werden. In der Nacht und am Wochenende haben die Anbieter zwölf Stunden Zeit, die Fahrräder, die irgendwo in der Stadt abgestellt wurden, zu entfernen. Halten sich die Anbieter nicht dran, werden die Räder abgeschleppt – und zwar kostenpflichtig. Außerdem können Verwaltungsstrafe von bis zu 700 Euro verhängt werden.

Wie genau die Stadt erfährt, wann welche Räder wo widerrechtlich abgestellt wurden, wo das gemeldet werden kann und wie die Stadt kontrollieren will, ob die Fahrräder zeitgerecht entfernt wurden, konnte die Mobilitätsagentur auf Nachfrage nicht sagen. Das werde erklärt, sobald die neuen Regeln in Kraft getreten sind.

oBike auf Rückzug?

Weil der für Österreich und die Schweiz zuständige oBike-Chef seine Ämter niedergelegt hat, gebe es derzeit für die Mobilitätsagentur keinen Ansprechpartner. „Eventuell zieht sich oBike auch in Österreich zurück“, sagt eine Sprecherin. München hat der Leihrad-Anbieter schon verlassen. Auch dort gab es viel Kritik an dem Chaos, das die liegen- oder stehengelassenen orangen Räder verursachten.

Bikesharing in Wien

Citybike Wien
Städtisches Leihradsystem, 120 Stationen. Kosten:  1. Std. gratis, 2. Std. 1 Euro. Anmeldung vor Ort.

oBike (App)
Aktuell 800 Räder zum Verleih, ohne Stationen. Kosten: 1 Euro /30 Minuten. „Falschparker“ können  über eine Hotline gemeldet werden:
 01/ 225635 212

Ofo (App)
Derzeit 700 Räder. Kosten: 50 Cent/30 Minuten. 

( kurier.at ) Erstellt am 14.05.2018